Sommaruga-Nachfolge
Guy Parmelin mit 188 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt

Auf Sommaruga folgt Parmelin: Die Bundesversammlung hat am Mittwoch den 61-jährigen Waadtländer zum Bundespräsidenten gewählt.

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(mg/rwa) Die Bundesversammlung hat am Mittwoch Guy Parmelin zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Der SVP-Bundesrat ist Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Er erhielt 188 von 234 gültigen Stimmen. Der Bundespräsident führt die Sitzungen des Bundesrates. Im Vorjahr war Parmelin bereits Vizepräsident. Damals erhielt er 168 Stimmen. Für ihn rückt nun Aussenminister Ignazio Cassis nach. Er erreichte 162 von 191 gültigen Stimmen. 14 Stimmen gingen zudem an Viola Amherd.

In seiner Antrittsrede kam Parmelin nicht umhin, auf die Coronakrise einzugehen. «Die schwierigen Monaten haben uns hart auf die Probe gestellt.» Die Schweizer Gesellschaft habe aber bewiesen, dass sie bereit sei. Der Wirtschaftsminister kündigte an, den Zusammenhalt der Schweiz ins Zentrum seines Amtsjahres zu stellen. Er mache den ersten Schritt dazu. Als französischsprachiger Landwirt aus einer kleinen Waadtländer Gemeinde sei er nun zum Bundespräsidenten gewählt worden. «Ich bin nicht mehr nur ein Romands, sondern auch ein bisschen Deutschschweizer.»

Parmelin löst Sommaruga ab

Parmelin übernimmt das Präsidium von Simonetta Sommaruga, deren Amtsjahr ebenfalls ganz im Zeichen der Coronakrise stand. Der 61-jährige Landwirt und Winzer gelang im Dezember 2015 den Sprung in die Regierung, als er sich gegen den heutigen Fraktionspräsidenten und Zuger Nationalrat Thomas Aeschi und den Tessiner Regierungsrat Norman Gobbi im dritten Wahlgang durchsetzte.

Von 2016 bis Ende 2018 war Parmelin Verteidigungsminister, seither steht er dem Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung vor. Seine politische Karriere auf nationaler Ebene hatte Parmelin 2003 begonnen, als die Waadtländer Bevölkerung ihn in den Nationalrat wählte. Er sass dort in der Gesundheits- und Umweltkommission.