Schweiz

Grossanlässe mit mehr als 1000 Besuchern sind ab dem 1. Oktober wieder erlaubt – es gelten strenge Schutzmassnahmen

Leere Stadien sollen ab Oktober der Vergangenheit angehören.

Leere Stadien sollen ab Oktober der Vergangenheit angehören.

Bewilligt werden müssen die Grossanlässe von den Kantonen. Diese müssen dabei die epidemiologische Lage berücksichtigen. Die kantonale Gesundheitsdirektion fordert griffige Bewilligungskriterien.

(wap) Eine raschere Lockerung sei angesichts der steigenden Fallzahlen nicht möglich, erklärte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an einer Medienkonferenz des Bundesrates vom Mittwoch. Die meisten Kantone hätten mit dem Schritt sogar gerne noch weiter zugewartet. Grossanlässe seien ein Risiko, und das frühe Verbot von Grossveranstaltungen im Februar habe geholfen, die Fallzahlen zu reduzieren, ergänzte Bundesrat Alain Berset.

Bis am 2. September werde das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) in Zusammenarbeit mit den zuständigen Departementen und den Kantonen einheitliche Bewilligungsanforderungen ausarbeiten, so Berset. Diese sollen dann für alle betroffenen Gesellschaftsbereiche gelten: Sport, Kultur, Religion. Sie kommen zu den Basismassnahmen wie Hygiene und Abstandhalten dazu und sollen sich an den Empfehlungen der Science Task Force und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Wenn die epidemiologische Lage und die Ressourcen des Contact Tracings Grossveranstaltungen nicht erlauben, können Kantone die Bewilligung verweigern. Dies könne auch bedeuten, dass Anlässe kurzfristig abgesagt werden müssten, so Sommaruga.

Kantonsvertreter fordern ein Ende der Obergrenze

Seit dem 28. Februar gilt für Veranstaltungen eine Obergrenze von maximal 1000 Personen. Eigentlich sollte diese Regel Ende August auslaufen, jetzt wird sie mit dem Entscheid des Bundesrates aber um einen Monat verlängert. Ab dem 1. Oktober sollen folglich wieder mehr als 1000 Personen zugelassen werden. In den letzten Tagen hatten sich Kantonsvertreter für ein Ende der Obergrenze ausgesprochen, so etwa der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati. Die Regel mache sowohl den Kulturbetrieb als auch den Profisport kaputt, so die Argumentation. Auch der Regierungsrat des Kantons Zug forderte am Dienstag ein Ende der 1000er-Regel.

Druck kam auch von Seiten des kommerziellen Sports, insbesondere dem Eishockey. Dort fürchtete man um die kommende Saison. Unterstützung fanden die Sportclubs dabei beim ehemaligen «Mr. Corona» des BAG, Daniel Koch. Er ist mittlerweile als Consultant für verschiedene Sportorganisationen aktiv. Mit seinem Beschluss wolle der Bundesrat den gesellschaftlichen Bedürfnissen und den wirtschaftlichen Interessen der Sportvereine und Kulturveranstalter Rechnung tragen, so der Bundesrat in einer Medienmitteilung zur Pressekonferenz.

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren fordert in einer ersten Medienmitteilung, dass die Regeln schweizweit einheitlich umgesetzt werden. Es brauche griffige Bewilligungskriterien auf nationaler Ebene. «Es hängt massgeblich von den Sport- und Kulturorganisationen sowie den Veranstaltern ab, ob sich die Öffnung im Bereich der Grossveranstaltungen bewährt», wird GDK-Präsident Lukas Engelberger in der Mitteilung zitiert.

Meistgesehen

Artboard 1