Umweltorganisation

Green-Cross-Debakel: Gorbatschow schiesst weiter gegen Bäumle

Der Streit zwischen Michail Gorbatschow und Martin Bäumle geht in die nächste Runde.

Der Streit zwischen Michail Gorbatschow und Martin Bäumle geht in die nächste Runde.

Die Umweltorganisation Green Cross steckt tief in der Krise. Gründer Michail Gorbatschow macht dafür den Präsidenten der Schweizer Sektion, GLP-Präsident Martin Bäumle, verantwortlich. Nun deckt er ihn mit neuen Vorwürfen ein.

Erst waren es finanzielle Probleme, dann kamen Streitereien auf persönlicher Ebene hinzu: Bei Green Cross läuft derzeit einiges schief. Dem "Tages-Anzeiger" liegt nun ein Schreiben von Michail Gorbatschow vor, Gründer der Organisation und letzter Präsident der Sowjetunion. Darin kritisiert der Russe GLP-Präsident Martin Bäumle, den er für die Misere verantwortlich macht, heftig.

Die Rede sei von "schmutzigen Spielen" sowie "Lügen und Manipulationen", schreibt die Zeitung. Die Schweizer Abteilung habe mit ihren "brutalen und bösartigen Attacken" der internationalen Dachorganisation einen "nie dagewesenen Schaden" zugefügt.

Gorbatschow trat Ende Februar aus Protest aus dem Verwaltungsrat zurück. Er gibt der Schweizer Sektion unter Bäumle die Schuld daran, dass Green Cross International (GCI) quasi bankrott gegangen ist. Tage später wählte der GCI-Vorstand Bäumle interimistisch zum Präsidenten der Dachorganisation. Dazu schreibt Gorbatschow gemäss "Tages-Anzeiger", die Schweizer hätten GCI an einer "betrügerischen und illegitimen Sitzung" unrechtmässig übernommen.

Bäumle: Gorbatschow war nicht korrekt informiert

Green Cross Schweiz ist von Gorbatschows Vorwürfen überrascht. "Wir vermuten, dass er über die finanzielle Lage von GCI nicht korrekt informiert worden ist", sagt Bäumle. Seine Wahl zum Präsidenten ad interim sei korrekt abgelaufen und "juristisch nicht anfechtbar". Man versuche seit Längerem, mit Gorbatschow zusammenzusitzen. Das sei aber bisher nicht möglich gewesen.

Die Umweltschutzorganisation hat ihren Sitz in Genf. Sie setzt sich unter anderem für die Bewältigung der Folgeschäden aus Industrie- und Militärkatastrophen und für die Sanierung von Altlasten aus dem Kalten Krieg ein. 

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