Kommentar

Gianni Infantinos nervöser Bluff

Gianni Infantino droht Medien mit rechtlichen Schritten.

Gianni Infantino droht Medien mit rechtlichen Schritten.

Der Fifa-Chef hat offensichtlich Angst vor einer unabhängigen Untersuchung seiner «Schweizerhof»-Treffen mit Bundesanwalt Lauber.

Den Fifa-Chef Gianni Infantino macht die Aussicht nervös, dass ein ausserordentlicher Bundesanwalt Licht in seine «Schweizerhof»-Treffen mit Bundesanwalt Michael Lauber bringen soll. In einer Medienmitteilung geisselt er die Medienberichterstattung und droht mit rechtlichen Schritten. Als Höhepunkt wird der Fifa-Chefjurist zitiert, Infantinos Bediensteter also, der äussert: Der Präsident habe «sicherlich nichts falsch gemacht».

Das ist nicht mehr als ein nervöser Bluff. Denn konkrete Fragen nach dem Inhalt der «Schweizerhof»-Treffen beantworten Infantino und Fifa weiterhin nicht. Wenn er aber nichts zu verstecken hätte, könnte der Fifa-Boss sagen, worum es im «Schweizerhof» wirklich ging. Auch beim unsäglichen dritten Treffen mit Lauber, an das sich keiner von mindestens vier, vermutlich sogar fünf Teilnehmern angeblich mehr erinnern kann. Dass da etwas faul ist, liegt auf der Hand.

Infantino gibt sich als Saubermann, der die Fifa reformiere, «zweifelhaften Praktiken» seiner Vorgänger ein Ende setze. Hält er seine eigenen Praktiken denn für weniger zweifelhaft?

Das Bundesparlament hat jetzt die Chance, das Trauerspiel zu beenden. Indem es, wie von der Berner Staatsanwaltschaft gefordert, einen tüchtigen und unabhängigen Sonder-Bundesanwalt einsetzt, der den Vorgängen im «Schweizerhof» mit allen Mitteln der Strafverfolgung auf den Grund geht.

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