Sicherheit
Gewalttaten und Drohungen gegen Polizisten steigen stetig

Polizisten werden oft beschimpft und angegriffen. Solche Fälle haben sich in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht. Die Gesetzeshüter fordern nun härtere Strafen.

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Die Gewalt gegen Polizisten nimmt zu - Das Bild zeigt einen Polizeieinsatz während einer Demonstration in Zürich (Archiv)

Die Gewalt gegen Polizisten nimmt zu - Das Bild zeigt einen Polizeieinsatz während einer Demonstration in Zürich (Archiv)

Keystone

Von 2000 bis 2015 haben sich die Fälle, in denen Polizisten bedroht oder angegriffen werden, fast vervierfacht. Wie der Auszug eines Protokolls des Zürcher Stadtrates zeigt, kamen 2015 allein in der Stadt Zürich 122 Fälle zur Anzeige. Das sind 46 mehr als im Vorjahr.

Zwar sind die Zahlen von 2016 noch nicht publik, trotzdem schätzt Kurt Graf von der Luzerner Polizei gegenüber der «Sonntagszeitung», dass sich die Situation im vergangenen Jahr nicht verändert hat. «Die Schwere der Gewalt hat stetig zugenommen - vor allem in den urbanen Gebieten.»

Diesen Trend beobachtet Johanna Bundi Ryser, Präsidentin des Verbands Schweizerischer Polizei Beamter (VSPB) in der ganzen Schweiz: «Die Angriffe werden immer respektloser und brutaler.» Dies setzt den Gesetzeshütern besonders zu.

Ein routinierter Beamter schildert gegenüber der «Sonntagszeitung», wie die Gewalt längst nicht mehr nur die Polizisten trifft, die bei Ausschreitungen von Chaoten mit Steinen und Petarden attackiert werden. Auch bei herkömmlichen Kontrollen müssen die Ordnungshüter mit Bissen oder Fusstritten rechnen. Das zeigt beispielsweise ein dramatischer Fall aus Basel.

Die Gesetzeshüter werfen den Staatsanwälten und Richtern vor, die Straftaten als Bagatellen abzutun und nicht hart genug zu bestrafen.