Gemeinderat

Gemeinderat fordert Frau Gemeindeammann heraus

Kontinuität oder Wandel? In Fahrwangen kommt es am 27. September zur einer Kampfwahl um das Ammannamt: Gemeinderat Werner Lehner tritt gegen Gemeindeammann Marlène Campiche an.

Fritz Thut

«Zielorientiert. Ich stehe für Kontinuität und will die Weiterentwicklung der Gemeinde vorantreiben.» «Mit Werner Lehner die Zukunft gestalten . . .» So lauten die Hauptaussagen auf den Flugblättern von Gemeindeammann Marlène Campiche und ihrem Herausforderer.

Die Fahrwanger haben also am übernächsten Sonntag bei der Besetzung des höchsten Amtes im Dorf eine echte Auswahl. Die 51-jährige Campiche, die seit vier Amtsperioden, also 16 Jahren, im Gemeinderat sitzt und seit 2002 dem Gremium vorsteht, will «Begonnenes weiterführen». Der 55-jährige Lehner, der seit 8 Jahren im Gemeinderat mitwirkt, will künftig als Ammann «neue Impulse setzen».

«Freude an Führungsaufgaben»

Bei der derzeitigen Amtsinhaberin würden sich «gewisse Abnützungserscheinungen bemerkbar machen», hält Lehner in einer Stellungnahme fest. «Das hätte er wohl gerne», kontert Campiche, die ihre «Freude an Führungsaufgaben» herausstreicht und betont: «Mit mei-ner Wiederwahl ist zudem eine gewisse Kontinuität gewährleistet.»

Auf ihrem mit etlichen Referenzen garnierten Flugblatt listet Campiche eine Reihe von Projekten auf, die sie als für die Gemeinde «besonders wichtig» einschätzt: «Die Sanierung des Primarschulhauses, der Erhalt der Oberstufe in der Region und der Bezirksschule in Fahrwangen, die Weiterentwicklung im Gesundheitswesen, eine vernünftige Finanzpolitik, die Verbesserung der Wohnqualität.»

«Referendumshürde senken»

Andere Schwerpunkte setzt Lehner auf seinem Flugblatt. Er stehe ein «für eine positive Entwicklung». Dazu will er unter anderem «das Standortmarketing der Gemeinde stärken, die Zentrumsfunktion erhalten und ausbauen, die Landschaftsentwicklung gestalten, Ziele der Nutzungsplanung konsequent umsetzen, die Informationspolitik weiter ausbauen».

Neben diesen allgemein gehaltenen Zielen enthält Lehners Liste beim Vorsatz «die demokratischen Rechte stärken» einen konkreten Vorschlag: «Senkung der Referendumshürde.» Diese, für einen Exekutivpolitiker eher aussergewöhnliche Forderung hat in Fahrwangen durchaus einen handfesten Hintergrund. Jüngst ist ein Referendum nicht zustande gekommen, weil die nötige Zahl der Unterschriften innert nützlicher Zeit nicht beschafft werden konnte. Der in der Gemeindeordnung festgehaltene Ansatz liegt zurzeit bei 25 Prozent.

Zusammenarbeit fördern

Beide Gemeindeammannskandidaten sind sich in ihren Flugblättern einig, dass in der nächsten Legislaturperiode die Kooperation über die Gemeindegrenzen hinaus noch wichtiger wird. Während Campiche auf «die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden» Wert legt, schränkt Lehner den Bereich ein; es sei «die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden auf der Verwaltungsebene anzustreben».

Nuancen gibt es auch in den Äusserungen über die Verwaltung. Während sich Campiche hier «motivierte Mitarbeitende» wünscht, will Lehner «eine teamorientierte, aber konsequente Führung der Verwaltung» sicherstellen.

7 Kandidaten, aber kein Vize

Neckisch an der Fahrwanger Wahl-Ausgangslage ist, dass zwar zwei Aspiranten Ammann werden wollen, sich jedoch niemand offiziell um den Sitz des nicht mehr antretenden Vizeammanns Markus Weber beworben hat.

Im Gegensatz zur jüngeren Vergangenheit hat man in Fahrwangen diesmal auf Anhieb genügend Kandidaten gefunden. Für die fünf Gemeinderatssitze bewerben sich neben drei Bisherigen total vier Neue, wobei davon die meisten auf kommunalpolitischer Ebene bisher noch nicht in Erscheinung getreten sind. «Ich betrachte diese hohe Zahl als gutes Zeichen; die Mitarbeit im Gemeinderat scheint doch attraktiv zu sein», so Gemeindeammann Marlène Campiche zur AZ.

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