Belebung von Marktplatz
Für mehr Leben auf dem Marktplatz

Ideenwettbewerb für eine Belebung des Marktplatzes vor dem Verwaltungsgebäude in Affoltern: Das will Thomas Zehnder. Der Gemeinderat hat dieses Ansinnen vorerst zurückgewiesen. Eine Lancierung müsste über den Immobilienausschuss der Gemeinde erfolgen.

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Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Zehnder sieht beim Marktplatz einige Schwachstellen: «Er wird kaum genutzt, es hat keine Passanten, keine Laufkundschaft. Boule-Spieler wurden bei der Ausübung ihres Hobbys vom Platz gewiesen», hält er fest und glaubt, dass der Platz grossen Bevölkerungsteilen nicht gefällt. Dass Laufkundschaft ausbleibt, ist nicht von der Hand zu weisen: Das Restaurant pasta e basta und das italienische Spezialitätengeschäft da Roberto auf dem Areal der Halter Immobilien stehen inzwischen leer. Nicht so glücklich sind auch die Marktfahrer; sie bezeichnen den Platz als «etwas versteckt» und würden ihre Stände lieber im Bereich der Oberen Bahnhofstrasse platzieren - dort, wo mehr Publikum auch grössere Umsätze verspricht.

Thomas Zehnder will in einem kreativen Prozess Möglichkeiten für einen Marktplatz mit mehr Leben aufzeigen - in einem Vorgang, bei dem neben der öffentlichen Hand und Organisationen wie der Vereinigung Obere Bahnhofstrasse (Voba) auch die Bevölkerung mittels Wettbewerb einbezogen werden soll. Thomas Zehnder hat die Idee an die Behörde herangetragen; für die Lancierung eines Wettbewerbs rechnet er mit Kosten von 10 000 bis 20 000 Franken.

Kein endgültiges Nein

Der Gemeinderat hat das Ansinnen zurückgewiesen - vorerst. Erstens, weil im Jahr 2009 kein Betrag dafür im Budget eingestellt ist. Und zweitens, weil Gemeindepräsidentin Irene Enderli ein Gesamtkonzept für notwendig hält, das auch die jetzt im Bau befindliche Begegnungszone an der Oberen Bahnhofstrasse und die Massnahmen der Uster-Überbauung einschliesst. Gemeinde-intern müsste sich der Immobilienausschuss damit befassen und letztlich dem Gemeinderat einen entsprechenden Antrag unterbreiten.

«Ein endgültiges Nein zu Massnahmen ist das nicht», sagt sie. Irene Enderli betont aber auch, dass man bewusst einen Platz mit gewissen Freiheiten geschaffen und zum Beispiel im Rahmen von «Kunst am Bau» keine Statue im Freien aufgestellt habe. Und ein mit Objekten «verstellter» Platz sei bei Hochzeiten und anderen Festen und Veranstaltungen nicht ideal. Ein ständig belegter Marktplatz, der dann zum Festplatz wird, birgt nach den Worten der Gemeindepräsidentin auch die Gefahr von Vandalismus. Das Ausbleiben von Laufkundschaft kann laut Irene Enderli nicht nur dem etwas versteckt liegenden Marktplatz angelastet werden.

Das sei insbesondere auch auf die seit dem Wegzug des Coop fehlende Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel und Güter des täglichen Gebrauchs sowie auf die falsche Konzipierung des benachbarten Strebel-Areals zurückzuführen.

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