Rund tausend Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer des deutschsprachigen Gymnasiums in Brig trotzten am Mittwochmorgen der Kälte. Sie verfolgten die Bundesratswahlen auf dem Platz vor dem Kollegium Spiritus Sanctus live über eine Grossleinwand.

"Viola Amherd ist hier zur Schule gegangen und hat 1982 die Maturität in Latein und Englisch abgelegt", erzählt der Rektor des Gymnasiums, Gerhard Schmidt. Die Schülerschaft wärmt sich mit warmem Tee auf, den die Schule offeriert hat. Die meisten sind optimistisch, dass Amherd gewählt wird.

Dann konzentrieren sich alle auf den Moment, als das Resultat des ersten Wahlgangs verlesen wird. Die Überraschung ist perfekt: Gewählt im ersten Wahlgang ist Viola Amherd. Freudenschreie, donnernder Applaus und viele Hände, die in die Höhe gehen.

Die 56-jährige Oberwalliserin Viola Amherd ist nach Josef Escher, der von 1950 bis zu seinem Tod im Jahr 1954 im Bundesrat war, die zweite Schülerin des Kollegiums, die es bis an die Spitze der Landesregierung geschafft hat. Dies gilt es zu feiern.

Tausend Nussgipfel

Die Kollegiumsleitung überrascht die Schülerschaft mit einem guten Tausend Nussgipfeln. Die Walliser Bevölkerung wird ihre Bundesrätin am kommenden 13. Dezember offiziell feiern können.

Die Walliser Staatskanzlei verschickte bereits kurz nach der Wahl Amherds Einladungen und das Programm für den offiziellen Empfang. Ein Extrazug wird in Bern um 12.29 Uhr losfahren und in St. Maurice, Sitten und Brig Halt machen.

Am Wohnort von Amherd, in Brig, sind ein Festumzug und ein Festbankett in der Simplonhalle geplant. Die Frage, ob die Walliser Schülerinnen und Schüler an diesem Tag frei bekommen werden, konnte die Walliser Regierung zunächst nicht beantworten.