1. August

Doris Leuthard wirbt im Tessin für Reformprojekte des Bundes

Bundesraetin Doris Leuthard bei ihrer Ansprache auf der Alpe Campo

Bundesraetin Doris Leuthard bei ihrer Ansprache auf der Alpe Campo

Bundesrätin Doris Leuthard hat in ihrer 1.-August-Rede in Lavizzara TI dazu aufgerufen, den Bund bei der Realisierung und Finanzierung wichtiger Reformprojekte zu unterstützen.

Die Projekte solle garantieren, dass abgelegene Berggebiete bei Investitionen nicht benachteiligt würden. Als Ort für ihre Ansprache wählte Leuthard die Alp "Campo La Torba" im oberen Maggiatal in 1'580 Metern Höhe. Rund 300 Leute fanden sich bei sonnigem Wetter anm Festort rund um die kleine Alpwirtschaft ein. Ausserhalb des Mobilfunknetzes und umgeben von grasenden Kühen wurde gemeinsam gebruncht.

Die Gemeinde Lavizzara stehe exemplarisch für die Kraft, die auch kleine Orte durch Zusammenhalt entwickeln können, sagte Leuthard in italienischer Sprache. Die Gemeinde sei 2004 durch die Fusion mehrere Dörfer entstanden. Anders hätten wichtige Investitionen wie etwa für die neue Schule nicht getragen werden können.

Die Bundesrätin ging auch auf die verbreitete Sorge kleiner Talgemeinden ein, von der Politik vergessen zu werden. Doch ein solches Risiko bestehe nicht, versicherte sie. Es zeichne die Schweizer Politik aus, sich eben nicht nur um ein Zentrum - die Hauptstadt - zu drehen.

Jedes Tal wertvoll

"Bei uns ist jedes Tal, jedes Dorf wertvoll," sagte die Bundesrätin. "Auch wenn es nicht im wirtschaftlichen Boom-Dreieck Basel-Bern-Zürich steht." Jedes Tal leiste seinen Beitrag. In Fall von Lavizzara seien es die Staudämme der Seen Sambuco und Narèt für die Energieversorgung.

Die Schweiz verdanke ihren Erfolg den verschiedenen Regionen, ergänzte Leuthard. Diese würden im Wettbewerb stehen und sich für ihre spezifischen Interessen einsetzen. Jeder Parlamentarier sei auch Regionalpolitiker. Ziel sei es, wichtige Infrastruktur auch in die entlegenen Gebiete zu bringen.

Natürlich sei das nicht immer einfach. "Einige Projekte brauchen auch Zeit" sagte Leuthard. Mit einem Schmunzeln ging sie dabei auf den langjährigen Wunsch der Bewohner im Maggiatal ein, eine Tunnelverbindung nach Airolo TI zu schaffen. Der Gemeindepräsident von Lavizzara, Michele Rotonzi, hatte zu Beginn des Festes davon gesprochen.

Wichtige Reformprojekte

Die Finanzierung von Infrastruktur war auch Inhalt eines Aufrufs der CVP-Politikerin. "Der Bundesrat braucht eure Unterstützung", sagte sie an die Tessiner Zuhörer gewandt. "Wichtige Reformprojekte stehen an, die nur gemeinsam realisiert werden können."

Die Verkehrswege der Schweiz würden an ihre Grenzen stossen. Auf den Autobahnen sei immer häufiger Stau, in den Zügen würden die Sitzplätze knapp. Für Investitionen sei eine Erhöhung der Autobahnvignette unausweichlich. Und nur ein gemeinsamer Fond für Strassen- und Schienenverkehr könne verhindern, dass wichtige Projekte in Konkurrenz ständen.

Als prominente Gäste waren bei der Nationalfeier in Lavizzara auch Nationalrat Fabio Abate (FDP) und der ehemalige Tessiner Staatsrat Luigi Pedrazzini (CVP) anwesend.

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