Raubüberfall

Diebstahl im Altersheim: «Wenn der Goldpreis steigt, verschwindet der Schmuck»

Ort des Geschehens: das Alterszentrum Hochweid in Kilchberg. Keystone

Ort des Geschehens: das Alterszentrum Hochweid in Kilchberg. Keystone

Der tragische Raubüberfall auf eine Bewohnerin des Alterszentrums in Kilchberg ZH bewegt die Schweiz. Doch Einbrüche in Heime und Spitäler sind keine Seltenheit. Dabei gehören nicht nur die Patienten zu den Opfern.

Sie können sich oft kaum wehren, sind gebrechlich, hören schlecht und sehen in vielen Fällen nicht mehr richtig: Alte oder kranke Leute gehören zu den «Lieblings-Opfern» von Dieben und Einbrechern.

Jüngstes Beispiel: Der Überfall einer Pflegerin in der Zürcher Gemeinde Kilchberg, wo eine 88-jährige Bewohnerin des Alterszentrums brutal ausgeraubt und getötet wurde. Sie Pflegerin hatte dem Opfer zu einem früheren Zeitpunkt die Schlüssel zur Wohnung entwendet, um dort Schmuck und Geld zu stehlen.

Kein Einzelfall, sagt Christiane Jaquet, Präsidentin von Avivo (Verband des Ältere, Invaliden, Witwen und Waisen) und Co-Präsidentin der Vereinigung aktiver Senioren- und Selbsthilfeorganisationen der Schweiz.

«Das passiert leider täglich», sagt sie gegenüber dem «Blick», «es gibt Kriminelle, die einfach in ein Altersheim marschieren und den Pensionären den Schmuck vom Körper reissen.»

Viele Diebe würden sich aber bis ins Detail auf den Überfall vorbereiten, sagt Jaquet: «Es ist auffällig: Wenn der Goldpreis steigt, verschwindet auch der Schmuck.» Sie ist sich aber auch bewusst, dass es bei Diebstählen in Heimen stets auch eine hohe Dunkelziffer gibt. Viele Betagte sind vergesslich und würden deshalb vergessen, dass ihnen etwas geklaut wurde.

Auch Spitäler werden überfallen

Dabei gehören nicht nur Altersheime zu beliebten Zielen von Dieben, auch in Spitälern schlagen sie oft zu. «Spitaldiebstähle kommen immer wieder vor», sagt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen. «Es werden Patienten bestohlen, aber auch das Personal.»

Laut dem «Beobachter» kommt es am Unispital Basel zu rund 60 Diebstählen jährlich. Dabei würden vor allem Bargeld, Schmuck, Uhren, Laptops, Handys oder Kleider verschwinden.

Mit Prävention soll das Problem eingedämmt werden: In den meisten Spitälern patroullieren Sicherheitsdienste 24 Stunden lang das Gelände, zudem stehen den Patienten oft Safes zur Verfügung. Ihnen wird zudem geraten, möglichst viele Wertsachen zu Hause zu lassen.

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