Nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX 8 in Äthiopien stellen sich eine Reihe von Fragen. 

1. Es ist bereits der zweite Absturz einer «737 MAX 8», gibt es einen Zusammenhang?

Bereits vor dem Unglück vom Sonntag in Addis Abeba bei dem 149 Passagiere und 8 Crew- Mitglieder ums Leben, war eine Maschine gleichen Typs abgestürzt. Im Oktober fiel eine Boeing 737 Max 8 der Fluglinie Lion-Air in Indonesien ins Meer. Dabei kamen 189 Menschen ums Leben.

Beide Flugzeuge waren bei guten Wetterverhältnissen kurz nach dem Start in Schwierigkeiten gekommen. Ein möglicherweise ähnlicher Fehler in der Elektronik konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden.

Kurz nach Abflug in Adis Abeba habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr erhalten, erklärte Ethiopian Airlines.

Die neue Maschine war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Ein Routine-Check unmittelbar vor dem Start am Sonntag habe keine Probleme aufgezeigt, sagte Airline-Chef Tewolde GebreMariam. Seit dem Kauf des Flugzeugs Ende 2018 sei es rund 1200 Stunden im Einsatz gewesen. Der Pilot hatte seit 2010 für die Airline gearbeitet.

2. Landet und startet die «737 MAX 8» auch in Zürich?

Der Mediensprecher des Flughafens, Philipp Bircher, erklärt auf Anfrage: «Es gibt keine Fluggesellschaft, die den Flughafen Zürich regelmässig mit einer Boeing ‹737 MAX 8› anfliegt.

Die Turkish Airline und LOT Polish Airline würden den Flugzeugtyp «sporadisch und sehr unregelmässig nach Zürich einsetzen». Etwa einmal pro Monat.

Der am häufigsten eingesetzte Maschinentyp von und nach Zürich sei die A320, gefolgt von der A319. Diverse Airlines hätten aber auch verschiedene Boeing-Maschinentypen im Einsatz. 

3. Warum wurden zwei Flüge nach Amsterdam gestrichen?

Die zwei Flüge nach Amsterdam, die am Montag annulliert wurden, stünden nicht im Zusammenhang mit dem Absturz vom Sonntag. Die Flüge seien aufgrund der Wettersituation an der Zieldestination gestrichen worden, so der Flughafen Zürich. Es habe starker Westwind geherrscht. Es habe sich dabei um einen anderen Typ der B737 gehandelt.

4. Wird jetzt ein Flugverbot für die «737 MAX 8» in der Schweiz erlassen?

Beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) wartet man auf gesicherte Fakten, wie Sprecher Christian Schubert sagt. "Ein Flugverbot in der Schweiz für die Boeing 737 Max 8 ist zurzeit kein Thema."

5. Wo gibt es Start- und Landeverbote?

Am Montag verhängte das indonesische Verkehrsministerium ein Startverbot für alle «737 MAX 8». Zuvor hatten bereits China und Äthiopien ähnliche Verbote erlassen. Betroffen sind mindestens 110 Flugzeuge.

6. Welche Airlines setzen die «737 MAX 8» ein?

Es sind fünf europäische Airlines, die den besagten Flugzeugtyp in der Flotte haben: Norwegian Air Shuttle, Ryanair, Turkisch Airlines, Tui Airlines und Icelandair.

7. Was sagt Hersteller Boeing?

Hersteller Boeing äusserte sich zunächst nicht näher zu dem Unglück. In einer Mitteilung sprach Boeing den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und kündigte die Entsendung von Experten nach Äthiopien an. Diese sollten bei der Untersuchung der Unglücksursache helfen.

(jk/bwe/sva/sda)