Die Good News für Pendler zuerst:

Die 490'000 Besitzer eines GAs hingegen warten vergeblich auf Gutschriften oder Ermässigungen. «Das ist leider so. Wir können momentan noch nicht nachvollziehen, welche der GA-Kunden wie viel unterwegs sind», erklärte SBB-Chef Andreas Meyer bei SRF «10vor10».

Einzig die Gebühr von zehn Franken für die Hinterlegung der 3860 Franken teuren ÖV-Flatrate (2. Klasse) fällt weg.

SBB: Mehr Gewinn, mehr Sparbillete und Gutscheine, aber weniger Pünktlichkeit

SBB: Mehr Gewinn, mehr Sparbillete und Gutscheine, aber weniger Pünktlichkeit

Die SBB hat 2018 deutlich mehr Gewinn erzielt und erneut mehr Passagiere befördert als im Vorjahr. Doch die Pünktlichkeit ging zurück, in einzelnen Regionen und im 4. Quartal sei sie sogar unbefriedigend gewesen.

Der Haken: GA-Besitzer müssen auch im Jahr 2019 am Schalter antraben, um an ihr Geld zu kommen. Eine Online-Hinterlegung ist nach wie vor nicht möglich. Diese Kunden-Schikane ist kein Zufall: «Das ist eine gewollte Hürde der SBB, die sicherstellen soll, dass dieses Angebot nicht zu oft genutzt wird», sagt Josianne Walpen, Leiterin Mobilität des Konsumentenschutzes. Die SBB möchten das GA grundsätzlich nicht noch attraktiver gestalten, sondern längerfristig ersetzen.

Der Hintergrund: Weil viele Leute täglich lange Strecken pendeln, verdienen die SBB mit dem GA weniger Geld. Ideen, die Anzahl der nutzbaren Tage bei der ÖV-Flatrate einzuschränken, wurden wieder verworfen.

Wann die Online-Hinterlegung eingeführt wird, ist laut SBB noch offen. Man sei sich bewusst, dass dies für die Kunden einfacher wäre. Die einzige Alternative zum Schalter ist derzeit die SBB-GA-Hotline.

Die Passagierorganisation Pro Bahn wünscht, dass alle Kunden am guten Ergebnis der SBB partizipieren können. «Grundsätzlich sollte man die Preise für alle Billetts und Abos senken und den Gewinn nicht über Sparbilletts und Gutscheine zurückgeben», sagt Karin Blättler von Pro Bahn.

Wer von den verschiedenen Gutschriften, Gutscheinen, Preissenkungen oder Sparbilletten profitieren wolle, müsse sich während der nächsten Zugreisen ausreichend Zeit nehmen, um den Durchblick zu erhalten, so die SKS weiter. Ausserdem seien die Sparbillette nur online lösbar und Gutschriften verfielen oft ungenutzt.