Kommentar

Die sorglose Jugend verbreitet das Virus – dabei wäre Solidarität auch Selbstschutz

Selbstschutz bedeuetet Solidarität.

Selbstschutz bedeuetet Solidarität.

Gemäss dem Präsident der Kantonsärzte, Rudolf Hauri, stecken sich Junge auf Reisen an und gehen dann in den Club. Ein Kommentar.

Corona breitet sich wieder schneller aus. Und es sind vor allem junge Erwachsene, die das Virus verbreiten. Sie stecken sich zum Teil auf Reisen an und gehen zuhause sorglos in den Ausgang. Werden sie später von Contact-Tracern kontaktiert, geben sich manche unkooperativ. Sie rücken die Namen von Kontakten nicht heraus oder wollen sich selber nicht isolieren. Klar kann man nicht die gesamte Jugend in den gleichen Topf werfen. Viel junge Menschen verhalten sich vorbildlich. Dennoch gibt es ein grundsätzliches Problem. Der Mythos hält sich hartnäckig, Corona sei vor allem für die ältere Generation eine Gefahr. Für junge, fitte Menschen fühle sich die Krankheit eher wie eine Grippe an. Das stimmt nicht. Es gibt solche Fälle, aber es gibt eben auch schwere Verläufe. Manche leiden Wochen nach der vermeintlichen Genesung noch an Atemnot.

Wegen der Sorglosigkeit der Jugend droht bei einem weiteren Anstieg der Infektionen den Älteren wieder der Verzicht aufs Einkaufen oder den Besuch der Familie. Das ist höchst unsolidarisch. Aber nicht nur. Es liegt im ureigenen Interesse von allen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Denn solange es keinen Impfstoff gibt, ist niemand vor einer Ansteckung geschützt. Und niemand kann vorhersehen, wie die Krankheit verlaufen wird. Auch nicht die Jungen. Deshalb ist achtsames Verhalten nicht nur aus Solidarität geboten, sondern auch aus Selbstschutz. Wäre der 1. August nicht ein guter Moment, um damit anzufangen?

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