Der neue Visionsprospekt des Freisinns ist nicht einfach ein simpler, gedruckter Wahlprospekt. Sondern ein Prospekt, der mit Augmented Reality (AR) angereichert wurde. Augmented Reality wird als computergestützte Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung der Realität definiert.

Und wie funktioniert diese AR-Erweiterung beim FDP-Prospekt? Wer sie sehen und hören will, braucht die App «x-tend» auf seinem Smartphone. Mit ihr lasse sich der Freisinn «erlebbar machen», sagt FDP-Nationalrat Marcel Dobler. Ein Video der FDP (oben) demonstriert es.

Die Stimme aus dem gedruckten Prospekt

Filmt man die erste von zwölf Seiten des Prospekts mit der App «x-tend», wird das Bild plötzlich bewegt – und es ertönt eine Stimme aus dem Off. «Die Schweiz. Eine Willensnation. Eine Nation, die will», sagt sie. «Heimat von Menschen, die wollen. Die denken, sagen, machen, was sie wollen.»

Drei Seiten später lässt sich mit der App ein Bild von FDP-Präsidentin Petra Gössi filmen. Sie bewegt sich dann plötzlich, schreitet auf den Betrachter zu und erklärt ihm die freisinnige Vision der Schweiz.

«Liebe Schweizerinnen und Schweizer, wir sind die Partei, die an Sie glaubt. Sie sollen Ihre Entscheide frei und eigenständig fällen können», sagt Petra Gössi im Video. «Für Ihre Freiheit kämpfen wir jeden Tag. Wir sind die Partei für alle Schweizerinnen und Schweizer. Wir spielen nicht Stadt gegen Land aus, Arm gegen Reich oder Jung gegen Alt. Sondern wir leben den Gemeinsinn.»

Die FDP verwendet Augmented Reality auch auf Plakaten und Flyern. Der Freisinn setze im Wahlkampf auf AR und Virtual Reality, «weil wir auch als Partei Innovation und Fortschritt vertreten und die Chancen der Zukunft packen wollen», wie Matthias Leitner sagt, der Chef der Parteiorganisation.

Ein Virtual-Reality-Film mit Petra Gössi

Die Partei hat auch einen Virtual-Reality-Film gedreht mit Präsidentin Petra Gössi. «Und wir versenden VR-Karton-Brillen an alle Ortsparteien, die sie zum Beispiel an Standaktionen verwenden können», sagt Leitner. Anders als mit Augmented Reality tritt der Betrachter mit Virtual Reality in eine neue Welt ein: Die virtuelle Welt nimmt visuell und akustisch den Platz der realen Welt ein.

Die FDP setzt in ihrem Wahlkampf auch einen kleinen Roboter ein. «Es ist ein ganz simpler Roboter, der durch den Anmeldeprozess führt für die Facebook-Applikation FDPush», hält Leitner fest.

Andere Parteien verzichten auf AR und VR

Die FDP ist die einzige Partei, die im Wahlkampf auf Augmented Reality und Virtual Reality setzt. SP, CVP, Grüne und GLP halten fest, dass sie nichts dergleichen planten. Unklar ist einzig, wie es bei der SVP aussieht. «Die SVP nutzt im Wahlkampf viele Kanäle, um die Wählerinnen und Wähler zu mobilisieren», sagt Sprecherin Andrea Sommer. «Die SVP gibt jedoch weder zu den Kanälen noch zur Finanzierung des Wahlkampfes Auskunft.»

Die FDP setzt aber nicht alles auf AR und VR. Sie nutzt auch konventionellere Elemente. Sie hat einen Messestand angeschafft, den die Orts- und Kantonalparteien für Standaktionen ausleihen können.

Vor allem aber hat die Partei bei einem Ballonfahrer für 30'000 Franken einen Heissluftballon gekauft. Der Ballonfahrer wird dafür die nächsten fünf Jahre in der Luft Werbung für die FDP machen. Und er wird Freisinnige auf Freiflüge mitnehmen.