In Altdorf wird die Fasnacht traditionell am Fasnachtsdienstag mit Trommelklang und Paukenschlägen begraben. Beim Trauermarsch der fasnächtlichen Katzenmusik fehlen Posaunen und Trompeten, aber auch die sonst an der Fasnacht übliche Ausgelassenheit.

Ein Zug mit 184 Trommlerinnen und Trommlern, alle mit ernster Mine, schwarz gekleidet und die Männer mit Zylinder, marschierte am Dienstag ab 19.30 Uhr unzählige Male durch Altdorf. Das beeindruckende Schauspiel, unterbrochen durch einige Pausen, dauert traditionell bis Mitternacht. Hunderte Personen säumten die Strasse.

Auch wer selber kein Instrument besitzt, konnte als Trommler mitmarschieren. Die Katzenmusikgesellschaft leiht für den Trauermarsch jeweils Schlaginstrumente aus.

Dieses Abschiedsritual entstand um 1930. Am Fasnachtsdienstag hatten sich damals die Studenten des Kollegiums jeweils zusammengefunden, um Katzenmusik zu spielen. In Schwarz gekleidet, mit Zylinder und Melone, ging die trauernde Katzenmusik, anfänglich noch mit Bläsern, auf die Strecke.

Mitte der 1960er-Jahre bürgerte sich der Name «Üsstrummlä» ein. Seit 1998 nehmen an diesem Fasnachtsanlass auch Frauen teil. Die Zahl der Musizierenden hat dadurch zugenommen, das Abschiedszeremoniell ist das gleiche geblieben.

Ausgelassenheit in Luzern

Gleichzeitig zog in Luzern der Monster-Corso der Guugenmusigen durch die Stadt. 80 Musigen marschierten von der Jesuitenkirche Richtung Bahnhof und dann über die Seebrücke und durch die Altstadt. Die Guuggenmusigen, mit aufwändig gestalteten Grinden maskiert, liessen mit ihren kakophonisch gespielten Gassenhauern und Getrommel ein letztes Mal die diesjährige Fasnacht hochleben.

Nach den beiden grossen Umzügen vom Schmutzigen Donnerstag und vom Güdismontag ist der Monster-Corso der Vereinigten Guuggenmusigen der dritte Grossanlass der Luzerner Fasnacht. Die beiden ersten Umzüge hatten insgesamt gegen 60'000 Zuschauer angelockt.

Mit dem Monster-Corso neigt sich in Luzern die Fasnacht zu Ende. Bis zur nächsten Fünften Jahreszeit dauert es weniger als ein Jahr, denn der Schmutzige Donnerstag und somit der Fasnachtsauftakt fällt 2020 auf den 20. Februar.

Grund dafür, dass die Fasnacht nicht an einem festen Datum stattfindet, ist Ostern, das jeweils auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt. Zwischen Fasnacht und Ostern liegt die Fastenzeit, die 40 Tage (ohne Sonntage) dauert.