Langzeittrend

Die CVP auf historischem Tiefstand

Die CVP: Wegen Modernisierung und Säkularisierung im Tiefflug. Urs Flüeler/Key

Die CVP: Wegen Modernisierung und Säkularisierung im Tiefflug. Urs Flüeler/Key

Die Christdemokraten verlieren bei den Grossratswahlen vier Sitze und damit ihre Position als stärkste Parlamentsfraktion – die bürgerliche Mehrheit bleibt aber bestehen

Die Freiburger Kantonalwahlen haben einmal mehr gezeigt, dass Regierungs-Majorzwahlen und Parlaments-Proporzwahlen sehr unterschiedliche, wenn nicht gar widersprüchliche Resultate zeitigen können. Während die CVP Freiburg – nicht zuletzt dank den Stimmen der SVP – schon im ersten Wahlgang drei von sieben Regierungssitzen holen konnte, verlor sie bei den Grossratswahlen vier Sitze und damit ihre Position als stärkste Parlamentsfraktion.

Sie hat jetzt nur noch 27 Grossratssitze – einen weniger als die SP, die allerdings auch einen Sitz verlor. Dennoch und trotz ihres Misserfolgs bei den Regierungswahlen wird die SP zur stärksten Partei im Parlament.

Resultat bestätigt Langzeittrend

Obwohl die Einbussen der CVP teilweise auf «Proporzpech» und die besondere Situation in den Bezirken zurückzuführen sind, so entspricht die langsame Erosion der CVP Freiburg doch einem Langzeittrend. Einst waren die Katholisch-Konservativen im Sonderbundskanton Freiburg, ähnlich wie in der Zentralschweiz und im Wallis, die hegemoniale Partei.

Doch noch früher als in anderen «kk-Kantonen» führte die Säkularisierung und Modernisierung in Freiburg dazu, dass die «Schwarzen» nach und nach ihre Vormachtstellung und auch die Regierungsmehrheit verloren. Mit drei von sieben Staatsratssitzen sind sie aber weiterhin sehr stark. Wie lange noch, ist offen.

Kontrastreich ist das Bild auch bei den anderen Parteien. Die FDP legt im Parlament zu (21 Sitze, +4), obwohl sie seit Jahren vergeblich auf einen zweiten Regierungssitz (und die Rückeroberung eines Ständeratssitzes) hofft. Möglicherweise konnte sie vom Verschwinden der BDP profitieren. Die SVP stagniert (21 Sitze). Hingegen konnten die Grünen ihre Parlamentssitze verdoppeln (6 Sitze, +3), obwohl ihr Regierungssitz nach dem ersten Wahlgang stark wackelt.

Eines ist aber sicher: Das Freiburger Kantonsparlament hat auch in den nächsten fünf Jahren eine bürgerliche Mehrheit (69 von 110 Sitzen). Und auch die Exekutive bleibt bürgerlich, was auch immer im zweiten Wahlgang am 27. November passiert.

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