Gantrisch
Das Volk will den Park mit Label

Sämtliche 28 Gemeinden machen mit beim Regionalen Naturpark Gantrisch. Ziel ist, vom Bund 2011 das offizielle Park-Label zu erhalten.

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Naturpark Gantrisch

Naturpark Gantrisch

Berner Rundschau

Bruno Utz

Am 19. November begann der Abstimmungsreigen in Gelterfingen, am Montagabend endete er mit dem Ja der Gemeindeversammlung von Belpberg. «Die Bevölkerung der 28 Parkgemeinden steht also hinter ihrem Park. Damit haben wir den wichtigsten Meilenstein auf dem Weg zur Labelvergabe hinter uns gebracht», kommentiert Peter Krähenbühl das positive Ergebnis der letzten befragten Gemeinde. Der Präsident des Fördervereins Region Gantrisch und Gemeindepräsident von Rüschegg weiss, von was er spricht.

Thal hat, was Gantrisch will

Das Label «Regionaler Naturpark» haben vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) bereits drei Pärke fest zugesprochen erhalten, dazu gehört auch der Naturpark Thal. Er darf das vorerst für zehn Jahre geltende Label ab Anfang 2010 verwenden. Neben dem Naturpark Gantrisch sind noch 13 weitere Parks in sogenannter Errichtung, das heisst sie wurden vom Bafu geprüft und erhalten Finanzhilfe. Dazu gehören aus dem Kanton Bern noch die drei Naturpärke Hohgant-Thunersee, Diemtigtal und Chasseral. Letzterer tangiert ebenso auch noch Gemeinden aus dem Kanton Neuenburg wie der Naturpark Doubs, dem zusätzlich noch Gemeinden aus dem Kanton Jura angeschlossen sind. Der Regionale Naturpark Gantrisch umfasst 28 Gemeinden aus den Regionen Gürbetal, Schwarzwasser und Sense (Plaffeien und Oberschrot FR). Das Gebiet umfasst einen Perimeter von 395 Quadratkilometern (Mindestvorschrift sind 100 Quadratkilometer) und 30 500 Einwohner. (uz)

In seiner Gemeinde führte das Traktandum «Naturpark» zu einem Grossaufmarsch. Gegner und Befürworter mobilisierten rund einen Fünftel aller Stimmberechtigten zur Teilnahme an der Gemeindeversammlung. Mit 123 gegen 107 Stimmen fiel der Entscheid schliesslich relativ knapp zu Gunsten des Naturparks aus. Dagegen hätten vor allem Leute aus Landwirtschaft, Jäger und Fischer votiert. «Sie befürchten Einschränkungen», sagt Krähenbühl.

Mehr Besucher, mehr Wertschöpfung

Natürlich werde es mehr Besucher, Aktivitäten und Betrieb geben. «Aber wir wollen ja zusätzliche Wertschöpfung in unserer Region», so Krähenbühl. Nun stehe ein Schwall von Arbeiten an. Der definitive Parkaufbau bedinge eine professionelle Geschäftsstelle. Diese werde mit rund 400 Stellenprozenten dotiert sein.

Der derzeitige Geschäftsführer Walter Lüthi gehe Anfang 2011 in Pension. Um einen sauberen Übergang zu gewährleisten, wolle der Förderverein die frei werdende Stelle im Verlauf des nächsten Jahres besetzen. Zudem seien die 26 Parkprojekte in einem Managementplan darzustellen.

Wichtigste Projekte seien das Marketing und der Tourismus. «Wir wollen unsere Region Touristen anbieten, die eine naturnahe Erholung suchen.» Zusätzlich zu den Besuchern aus der näheren Umgebung habe man Gäste im Visier, die im Naturpark Kurzferien verbringen. Zielgebiet sei die ganze Schweiz sowie der Süddeutsche Raum.

Drei Franken pro Einwohner

Insgesamt verfügt der Naturpark Gantrisch derzeit über ein Budget von knapp einer Million Franken. Bund und Kanton steuerten rund 800 000 Franken bei, die Gemeinden pro Einwohner drei Franken. «Der Rest stammt von Sponsoren, es sind meist Firmen sowie uns zugewandte Verbände und Personen.

Mit Gesprächen werde auch versucht, das Unbehagen unter der Bauernschaft auszuräumen. Ganz unten müsse der Förderverein dabei nicht beginnen. Verschiedene Bauernfrauen hätten in den vergangenen mit dem «Gantrisch-Hüsli» selber hergestellte Produkte vermarktet. «Letztes Jahr verkauften sie beispielsweise fast 3,5 Tonnen Weihnachtsguetzli.» Diese Familien seien bereits gut eingebunden.

Krähenbühl ist zuversichtlich, dass der Naturpark Gantrisch Ende 2011 vom zuständigen Bundesamt für Umwelt das Label zugesprochen erhält: «Weil die Gemeinden dahinter stehen, ist das fast reine Formsache. Zudem haben wir mit unserer Bewerbung schon bei der Kandidatur sehr gut abgeschnitten.»