IV-Betrug

Dank Detektiv: IV-Betrug aufgedeckt

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Im Aargau konnten dieses Jahr fünf unrechtmässig bezogenen IV-Renten gestrichen werden. Dies dank einem neu eingestellten Versicherungsbetrugsspezialisten. Damit spart die IV Aargau längerfristig eine Million Franken - dieser Betrag wäre den fünf Personen insgesamt bis zu ihrer Pensionierung noch ausbezahlt worden.

Sabine Kuster

Rund 98 Prozent aller IV-Bezügerinnen und -Bezüger verheimlichen nichts, wenn sie ihre Invalidenrente beantragen. Doch selbst der kleine Teil derjenigen, die zu Unrecht Geld verlangen, kostet den Aargau eine ansehnliche Summe Geld. Deshalb arbeitet bei der IV Aargau seit dem 1. August ein Spezialist, der sich nur um den IV-Betrug kümmert. Der Angestellte hat laut IV «jahrelange Erfahrung» in diesem Bereich.

Dieser Mitarbeiter geht internen und externen Hinweisen nach. Pro Monat geht 10- bis 20-mal ein Verdacht auf Rentenbetrug bei der IV Aargau ein. Zurzeit sind 42 Verdachtsfälle hängig.

Fünf Betrugsfälle

Fünf Renten wurden 2009 nach Überprüfung gestrichen, wie das Regionaljournal von DRS berichtete. Dies bringt der IV langfristig Kosteneinsparungen von über einer Million Franken. Der Betrag rechnet sich aus fünf jährlichen Maximalrenten von 25000 Franken, welche andernfalls noch für eine Dauer von 8 Jahren bis zur Pensionierung ausbezahlt worden wären. Zum Vergleich: Letztes Jahr zahlte die IV-Stelle des Kantons Aargau 208 Millionen Franken an ordentlichen Renten aus.
In drei Fälle stellte die IV Aargau einen Privatdetektiv zur Untersuchung der Fälle an. Doch dieser kommt nur in Ausnahmefällen zum Einsatz: «Wir prüfen sehr genau, wann wir einen externen Spezialisten einschalten», sagt Vinzenz Baur, Bereichsleiter der IV. Worum es in diesen Betrugsfällen genau ging, will Baur nicht sagen. Es müsse jedoch niemand um die Rente fürchten, der diese zu Recht beziehe.

«Fachwissen wirkt positiv»

Zum offensichtlichen Erfolg des neuen Mitarbeiters bemerkt Baur knapp: «Wir haben Fachwissen reingeholt, das sich positiv auf die Arbeit auswirkt.» Der Spezialist wurde aufgrund einer Weisung des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) eingestellt.

Seit August 2008, als mit der gezielten Bekämpfung des IV-Betruges begonnen wurde, war die Arbeit durch ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Sachbearbeitern, Medizinern und Juristen, erledigt worden. Von diesem steht ein Teil dem Spezialisten weiterhin zur Verfügung.

Trotz dem Erfolg in den vergangenen fünf Monaten wagt Baur noch keine Prognose fürs kommende Jahr bezüglich Einsparungen: «Wir haben erst wenig Erfahrungen mit dem Versicherungsmissbrauch sammeln können.»

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