Café Fédéral
Kickboxen mit Viola Amherd

Das Generalsekretariat der Verteidigungsministerin hat ein neues Innovationsprogramm ins Leben gerufen. Wenn da nur nicht der Feierabend locken würde.

Christoph Bernet
Christoph Bernet
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Bundesrätin Viola Amherd (Mitte) besucht am Rande des WEF Sanitätssoldaten, die den Ernstfall üben (Davos, 17. Januar).

Bundesrätin Viola Amherd (Mitte) besucht am Rande des WEF Sanitätssoldaten, die den Ernstfall üben (Davos, 17. Januar).

Laurent Gillieron / EPA

Innovativ sein will heutzutage jeder. Das gilt auch für die Bundesverwaltung. Dienst nach Vorschrift und Ausstempeln um Punkt 17 Uhr ist auch für Beamtinnen und Beamte – zumindest in der Theorie – verpönt.

Mit gutem Beispiel vorangehen möchte Verteidigungsministerin Viola Amherd (Mitte). Kürzlich versandte ihr Departement, das VBS, eine Medienmitteilung. Stolz wurde die Einführung der Innovationsmethode «Kickbox» im VBS-Generalsekretariat verkündet.

«Kickbox» sei ein «Intrapreneurship-Programm» für alle Mitarbeitenden des Generalsekretariates mit einer innovativen Idee. Es ermögliche, diese Idee selbstständig in drei Phasen zu validieren, zu testen und schlussendlich umzusetzen.

Die Mitarbeitenden könnten auf ein «Coaching» und unterschiedliche «Services» in verschiedenen Bereichen wie Kommunikation oder «Prototyping» zurückgreifen. Die Mitarbeitenden des Generalsekretariat könnten so nicht nur die eigene Organisation mitgestalten und weiterentwickeln. Sie lernten auch neue Arbeitsmethoden kennen, welche ein «unternehmerisches Mindset» fördern.

Innovation hat offensichtlich viel mit der möglichst zahlreichen Verwendung von Anglizismen zu tun. Deren konkrete inhaltliche Bedeutung ist zweitrangig. Ob die Mitarbeitenden in Amherds Generalsekretariat mehr als nur Bahnhof – Verzeihung: «train station» – verstanden haben? Egal. Es ist 17 Uhr. Feierabend. Sie gehen jetzt auf den Zug. Innovativ kann man auch noch morgen sein.