Als das Staatssekretariat für Migration (SEM) im letzten Dezember über eine öffentliche Ausschreibung Krankenversicherer suchte, war der Erfolg gleich null. Trotzdem liegt nun eine Lösung vor: Das SEM hat nämlich diejenigen fünf Firmen kontaktiert, welche die Unterlagen von der Internetseite heruntergeladen haben, wie Sprecher Daniel Bach auf Anfrage erklärt. Das Resultat: Die CSS versichert ab 1. Juni 2019 sämtliche Flüchtlinge, die sich in einem Bundesasylzentrum aufhalten.

Hintergrund ist das revidierte Asylgesetz, das Anfang März in traft trat. Es sieht vor, dass sich Asylsuchende und Ausreisepflichtige neu bis zu 140 Tage in einem Bundesasylzentrum aufhalten. Ab 90 Tagen fallen sie unter die Krankenversicherungspflicht. Bislang hat die anfallenden Gesundheitskosten der ersten drei Monate der Bund bezahlt. Das ist jetzt anders. Der Bund bezahlt neu die Prämien der Flüchtlinge, wo er früher für jede Rechnung aufkam.

Gemäss SEM werden sie in ein Hausarztmodell aufgenommen. Das bedeutet «eine kostengünstige Lösung», die den administrativen Aufwand des SEM gegenüber Einzelversicherungen erheblich reduziert. Die Hausärzte übernehmen bei diesem Vorgehen eine Triagefunktion und garantieren sachgerechte medizinische Behandlungen. Auch das hilft Kosten sparen. Der Arzt stellt nun Rechnung der Krankenkasse, diese wiederum rechnet im Rahmen des Vertrages direkt mit dem SEM ab.