Das Video des «Brückencrashs», der am Montag die A1 lahmgelegt hat, hat auf Youtube die Grenze von 25'000 Klicks im Verlauf des gestrigen Tags geknackt.

Aufgenommen wurden die Bilder aus einer im Auto installierten sogenannten Dashcam (Armaturenbrettkamera). Diese Videorekorder gehören in Russland in jedem Fahrzeug seit geraumer Zeit zur Standardausrüstung. Die aufgenommenen Bilder dienen den Autofahrern vor allem im Zusammenhang mit Unfällen als Beweismaterial – und zum Schutz gegen korrupte Polizeibeamte.

Die Kameras http://www.autobild.de/artikel/dashcam-zubehoer-trend-autokameras-3938915.html erfreuen sich nun auch in der Schweiz zunehmender Beliebtheit. Die Unternehmenssprecherin des Media-Markts bestätigt: «Seit einem halben Jahr erkennen wir eine deutliche Zunahme der Nachfrage nach solchen Geräten.» Dabei ist deren Einsatz in unserem Land nicht ganz unbedenklich und wirft Fragen auf.

Grundsätzlich nicht verboten

Gemäss Strassenverkehrsordnung ist die Verwendung solcher Kameras grundsätzlich nicht verboten, solange das Sichtfeld für den Fahrer nicht eingeschränkt wird. Der Rechtsanwalt Reto Aschwanden (Mettmenstetten), Strassenrechtsexperte bei der Vereinigung SwissAnwalt, gibt jedoch zu bedenken: «Problematisch wird es im Zusammenhang mit dem Datenschutz. Es ist nicht erlaubt, Personen oder Autos mit erkennbaren Kennzeichen zu filmen.

Der Inhaber der Kamera muss sich bewusst sein, dass ihm ein Verfahren wegen Persönlichkeitsverletzung drohen könnte.» Aschwanden sagt aber auch: «Letztlich ist für die Verwendung solcher Daten vor Gericht die Verhältnismässigkeit entscheidend. Der Trend geht dahin, dass solche Videos als Beweis zugelassen werden.» Ein entsprechendes Bundesgerichtsurteil existiert gemäss Aschwanden allerdings noch nicht.

Das Merkblatt des eidgenössischen Datenschützers zum Thema «Dashcams» ist in seiner Grundaussage eindeutig: «Ihr Einsatz verstösst gegen die Grundsätze des Datenschutzgesetzes.» Vor allem deshalb, weil die Datenbearbeitung heimlich geschehe und «gegen den Grundsatz der Transparenz» verstosse. «Auch der Grundsatz der Verhältnismässigkeit werde beim Einsatz oft verletzt.

Punkto Versicherungen wären solche Kameras selbstredend interessant, die fehlende, einheitliche Regelung zu deren Benutzung schliesst derzeit jedoch beispielsweise Prämienvergünstigungen aus.

Karin Gnehm, Unternehmenssprecherin der AXA Winterthur, sagt: «Rein aus Sicht der Unfallverhütung und der Beweissicherung stünden für uns zeitlich begrenzte Bildaufzeichnungen (nur während eines Unfalls) aus neuen Fahrassistenzsystemen im Vordergrund.» Während längerer Zeit von privaten Dashcams gespeicherte Bilder wären dann nicht mehr nötig. Und damit auch dem Datenschutz Genüge getan.