Alessandra Paone

Spätestens im Jahr 2017, wenn das neue Kompetenzzentrum für Geriatrie und Rehabilitation beider Basel auf dem Bruderholz seine Tore öffnet, muss der bei Bottmingen gelegene Spitalkomplex besser erschlossen sein. Dies fordert nicht nur die Leitung des Kantonsspitals Bruderholz, sondern auch eine Reihe von Politikern.

Im Baselbiet wird schon seit Jahren über bessere Verbindungen aufs Bruderholz gestritten. Kritik wird nun auch in Basel-Stadt laut: Die Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rates fordert eine direkte ÖV-Verbindung aus der Innenstadt oder vom Bahnhof SBB. Zudem soll die Regierung den Anschluss des Spitals ans Tramnetz prüfen.
Spital übernimmt Finanzierung

Auf eigene Faust handelt das Kantonsspital Bruderholz. Nachdem es Anfang Jahr eine Petition für eine direkte ÖV-Verbindung zwischen dem Bruderholzspital und dem Bahnhof Basel SBB lanciert hat (siehe Update), wollte die Spitalleitung dem Personal den Puls fühlen und führte eine Bedarfsanalyse durch. Diese wurde am Montag abgeschlossen.

Anlass dieser Untersuchung war in erster Linie die Idee, bis zur definitiven Einführung der direkten Busverbindung, eine provisorische Lösung zu finden - mit einem Kleinbus oder einem Taxibetrieb. Finanzieren würde das Bruderholzspital diese Eigeninitiative aus eigener Tasche, ohne aber tief in diese greifen zu müssen. Denn durch die Erhöhung der Parkgebühren im Januar stehen dem Spital wieder finanzielle Mittel zur Verfügung, die für den provisorischen Fahrbetrieb eingesetzt werden könnten.

Die Analyse auswerten

Doch bevor dieses Projekt wirklich Form annehmen kann, muss geprüft werden, ob das Personal eine solche Lösung auch wirklich benötigt. «Die Resultate der Bedarfsanalyse müssen nun seriös ausgewertet werden. Erst dann können wir entscheiden, ob und wie wir das Angebot aufgleisen», sagt Ursula Nüesch, Vizepräsidentin der Betriebskommission des Kantonsspitals Bruderholz. Auch müsse überprüft werden, zu welchen Zeiten es Sinn macht, die provisorische Fahrgelegenheit einzusetzen.

149 Angestellte haben das Formular ausgefüllt, davon sprechen sich 77 für eine Direktverbindung vom Spital zum Bahnhof SBB aus, weil sie fast täglich hin- und zurückfahren. 72 erachten die Verbindung als nicht zwingend, da sie nicht mit dem ÖV pendeln. Ein knappes Resultat? Nicht unbedingt, sagt Nüesch. Es gebe sicher Mitarbeiter, die zwar auf den ÖV angewiesen sind, das Formular aber nicht ausgefüllt haben.

An der kommenden Sitzung des Baselbieter Landrats ist die Verbindung aufs Bruderholzspital gleich viermal traktandiert. «Der Bedarf einer direkten Busverbindung ist eindeutig und muss noch vor der Umsetzung des 7. Generellen Leistungsauftrags realisiert werden», sagt Agathe Schuler, Präsidentin der landrätlichen Petitionskommission.