Coronavirus

Bootsparty auf dem Bodensee: Über 600 Menschen feiern ohne Maske trotz Tragepflicht 

Über 600 Menschen feiern ausgelassen auf der Euregia Schulter an Schulter.

Über 600 Menschen feiern ausgelassen auf der Euregia Schulter an Schulter.

Auf einer Bodensee-Fähre wurde am Sonntagnachmittag ausgelassen Schulter an Schulter gefeiert. Die wenigsten Gäste trugen dabei Schutzmasken. Der Veranstalter weist jegliche Schuld von sich.

Auf dem Video eines Party-Veranstalters ist zu sehen, wie eine Masse von jungen Leuten frenetisch, Schulter an Schulter, zu harten Elektrobeats tanzt. Man könnte meinen, es handle sich um ein Video aus der Zeit vor Corona.

Doch das Video stammt von einer Party am Sonntag auf der Fähre Euregia auf dem Bodensee. Über 600 Leute und mehrere DJs waren in Romanshorn zugestiegen und feierten den ganzen Nachmittag lang ausgelassen auf dem Schiff. Schutzmasken trugen die wenigsten Gäste, obwohl sie beim Einstieg verteilt worden seien.

Lärmklage am Sonntagnachmittag

Laut Angaben der Thurgauer Kantonspolizei war die deutsche Wasserschutzpolizei am Sonntagnachmittag aufgeboten worden, weil die Musik auf dem Schiff zu laut und bis ans deutsche Ufer zu hören war. «Die deutschen Kollegen haben danach die Kantonspolizei Thurgau involviert.» Zwar sei die Musik sofort leiser gestellt worden, aber Schutzmasken wurden weiterhin keine getragen.

Das Thurgauer Amt für Gesundheit bestätigt, mehrere Personen hätten nach der Veranstaltung gemeldet, das vom Veranstalter erarbeitete Schutzkonzept sei nicht umgesetzt worden. Im Schutzkonzept für die Veranstaltung war eine Maskentragepflicht vorgesehen, da vor Ort der nötige Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden konnte. Der Veranstalter Rouven Hörler, ein Partyorganisator, weist jede Schuld von sich. In einer Medienmitteilung, die der Redaktion vorliegt, schreibt er:

Zudem seien gratis Masken im Einstiegsbereich verteilt worden und an der Bar verfügbar gewesen. Getragen hat die Masken allerdings fast niemand, wie unzählige Videos und Fotos in den sozialen Medien bezeugen. Diese hat der Veranstalter nach dem Wochenende schleunigst aus dem Netz entfernt.

Das Amt für Gesundheit bestätigt, dass die Umsetzung von Schutzkonzepten in der Verantwortung der Veranstalter liege. Der Kanton gehe dem Fall nach und prüfe rechtliche Konsequenzen gegen den Veranstalter.

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