Kindesschutz

Beunruhigende Zunahme von «Schüttelbabys» am Zürcher Kinderspital

Mehr Kinder mit Schütteltrauma: Die Kinderschutzgruppe des Universitätsspitals Zürich verzeichnet eine Zunahme von "Schüttelbabys".

Mehr Kinder mit Schütteltrauma: Die Kinderschutzgruppe des Universitätsspitals Zürich verzeichnet eine Zunahme von "Schüttelbabys".

Die Kinderschutzgruppe des Universitätsspitals Zürich hat für das vergangene Jahr eine höhere Zahl von «Schüttelbabys» registriert. Es wurden zehn Verdachtsfälle von Säuglingen mit Schütteltrauma gemeldet, fünf wurden bestätigt. Das sind drei Fälle mehr als 2018.

Die Kinderschutzgruppe ist beunruhigt und hofft, dass es sich dabei nur um einen statistischen Ausreisser handelt. Das Schütteln von Kleinkindern verursache bei zwei Dritteln der Kinder bleibende Hirnschäden, schreibt die Kinderschutzgruppe in ihrer Mitteilung vom Montag. Das Schütteln kann - auch wenn es nur ganz kurz ist - sogar zum Tod führen.

In anderen Spitälern in der Schweiz wurde indes kein Anstieg von Säuglingen mit Schütteltraumas festgestellt, respektive die Zahlen bewegen sich im durchschnittlichen Rahmen.

In Bern sind dies null bis zwei Fälle pro Jahr. In den Universitätsspitälern in Genf (HUG) und Lausanne (Chuv) wurden einer bis drei respektive einer bis zwei Säuglinge mit Schütteltrauma gezählt, wie die Spitäler auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilten.

Zunahme auch bei anderen Misshandlungen

In Zürich haben auch andere körperliche Misshandlungen im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Von 544 gemeldeten Verdachtsfällen wurde bei 387 Fällen eine Misshandlung bestätigt. Bei 128 Kindern blieb der Verdacht bestehen, konnte aber nicht nachgewiesen werden.

In 29 Fällen stellte sich heraus, dass keine Misshandlung vorlag und die Symptome medizinisch erklärbar waren. Im Vorjahr lag die Zahl der gemeldeten Fälle bei 528.

Im Gegensatz zum Vorjahr gab es 2019 in Zürich sogar auch wieder vereinzelte Fälle von Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Dabei machen Eltern, vor allem Mütter, ihre Kinder absichtlich krank, um sie dann pflegen zu können.

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