Pulver sagte am Mittwoch an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Rytz, Ständerat zu sein, wäre für ihn eine verlockende Vorstellung. Im Februar übernehme er aber das Verwaltungsratspräsidium der Berner Insel-Spitalgruppe, des grössten Arbeitgebers im Kanton Bern mit gut 10'000 Angestellten.

Diese neue Aufgabe und ein Wahlkampf vertrügen sich schlecht. Zudem habe er gelesen, dass im kommenden Herbst schweizweit nur eine amtierende Ständerätin zu den Wahlen antrete. Im Interesse der Geschlechtergleichstellung sei es deshalb besser, wenn Rytz antrete.

Rytz muss von ihrer Partei noch offiziell nominiert werden. Dies geschieht Mitte Januar. Die 56-jährige Präsidentin der Grünen Schweiz ist seit Ende 2011 Nationalrätin.

Ausgangslage klärt sich weiter

Mit der Bekanntgabe von Rytz' Kandidatur klärt sich die Ausgangslage für die Ständeratswahlen vom Herbst 2019 im Kanton Bern weiter. Für die SP steht der amtierenden Ständerat Hans Stöckli bereit, für die FDP Nationalrätin Christa Markwalder.

Für die GLP stellt sich Nationalrätin Kathrin Bertschy zur Verfügung und für die EVP Nationalrätin Marianne Streiff. Bekannt ist, dass für die SVP jemand antritt, doch noch ist offen, wer das sein wird. Der amtierende Berner Ständerat Werner Luginbühl (BDP) gibt demnächst bekannt, ob er wieder antritt.

Die Grünen und die SP werden im Ständeratswahlkampf gemeinsam auftreten, wie Rytz am Mittwoch sagte. Es wird allgemein angenommen, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommen wird. Bei diesem zweiten Wahlgang tritt laut den Berner Grünen Rytz oder Stöckli an - je nachdem, wer in der ersten Runde mehr Stimmen gemacht hat.