Der Genfer Regierungspräsident und Volkswirtschaftsdirektor Pierre-François Unger bestätigt entsprechende Recherchen der Zeitung «Sonntag»: «Die Schlussvereinbarung ist jedoch noch nicht unterschrieben», sagt Unger. Ziel ist es, das Projekt den sechs Kantonsregierungen in den kommenden zwei Wochen zu unterbreiten. Unger: «Kommuniziert wird am 2. Juli.»

Der Name des neuen Wirtschaftsraums enthält gemäss Recherchen sowohl die Begriffe «Geneva» wie «Berne». Mit dem Schritt Berns Richtung Romandie entsteht in der Schweiz bereits der zweite mächtige Wirtschaftsblock: Bereits 1998 hat sich die Grossregion um Zürich nach und nach zur «Greater Zurich Area» (GZA) zusammengeschlossen. Am 3. Juli, nur einen Tag nach dem Paukenschlag des Kantons Bern tritt auch der Kanton Zürich mit seinen Allierten an die Öffentlichkeit und präsentiert den Verein «Metropolitanraum Zürich» - ein politischer Zusammenschluss der Kantone Zürich, Luzern, Zug, Schwyz, Schaffhausen, St. Gallen, Thurgau und Aargau mit einer Regionenregierung. Parallel dazu wird eine Regierungskonferenz gegründet, auf deren Ebene die Kantone untereinander Staatsverträge abschliessen wollen.

Die Schweiz ordnet sich neu, wirtschaftlich und politisch. Das hat auch Auswirkungen auf die Debatte um die Bundesratskandidaten. Der Streit darüber, ob der potenzielle CVP-Bundesratskandidat Urs Schwaller Romande sei oder nicht, ist für den Genfer Regierungpräsidenten Pierre-François Unger «total obsolet»: Die sechs Kantone, die sich über die Sprachgrenze hinweg zusammenschliessen, «beweisen das durch unsere Taten». Der Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher, eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt, der letzte Woche als Vertreter der Romandie in der Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz gewählt wurde, sieht in seiner Wahl ein «Gegenelement zum Sprachstreit um Schwaller». Die Westschweizer Volkswirtschaftsdirektoren hätten andere Sensibilitäten als Bundesrat Pascal Couchepin oder Fulvio Pelli: «Die Romandie zeigt damit, dass sie über die Sprachgrenze hinaus denkt.»