Coronavirus

Bei den Kitas wächst der Druck auf den Bundesrat

In den Kitas macht man sich Sorgen um die Zukunft (Archivbild).

In den Kitas macht man sich Sorgen um die Zukunft (Archivbild).

Während berufstätige Eltern am Ende ihrer Kräfte sind, stehen die Kitas vor einer ungewissen Zukunft.

Im Gegensatz zu den Schulen liess der Bundesrat die Kindertagesstätten (Kitas) mit Ausrufung der ausserordentlichen Lage am 17. März geöffnet. Die Eltern sind aber dazu aufgerufen, ihre Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Das wird befolgt: «Durchschnittlich sind die Kitas derzeit nur zwischen einem Viertel und einem Drittel des Normalwerts ausgelastet», sagt Ex- BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti, Präsidentin des Verbands Kinderbetreuung Schweiz (Kibesuisse). Nach drei Wochen Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung beanspruchen Eltern aber vermehrt wieder die ausserfamiliäre Kinderbetreuung.

Kitas wieder gefragter

«In unseren Kitas zieht die Belegung wieder etwas an, es kommen wieder mehr als noch vor zwei Wochen», sagt Morena Bonetta, Geschäftsführerin der Kindertagesstätten Känguru in Aarau. Viele Eltern erkundigten sich, ob ihr Kind wieder in die Kita kommen dürfe, was natürlich der Fall sei. Ähnlich tönt es beim Betriebsleiter einer städtischen Kita in Bern: «Am Donnerstag hatten wir mit elf Kindern so viel Betrieb wie nie in den letzten drei Wochen».

Trotz diesen Beispielen: Die Mehrheit der Kita-Kinder wird aktuell von den Eltern betreut. Weil die Kitas offenbleiben müssen, gilt das als freiwillger Verzicht. Die Leistungsvereinbarungen mit der Kita bleibt in Kraft, die Eltern müssen die Beiträge weiter bezahlen.

Ueli Maurer ist das Paket zu teuer

Trotz diesen Beispielen: Die Mehrheit der Kita-Kinder wird aktuell von den Eltern betreut. Weil die Kitas offenbleiben müssen, gilt das als freiwillger Verzicht. Die Leistungsvereinbarungen mit der Kita bleibt in Kraft, die Eltern müssen die Beiträge weiter bezahlen.

Die Städte Zürich und Basel haben bereits beschlossen, diese Kosten zu übernehmen. Kibesuisse-Präsidentin Rosmarie Quadranti hofft nun, dass der Bundesrat am Freitag eine schweizweite Lösung beschliesst. Gemäss den Tamedia-Zeitungen will Gesundheitsminister Alain Berset (SP) ein Paket in der Gesamthöhe von 600 Millionen Franken. Die Kitas sollen Ausfallsentschädigungen für die Kinder erhalten, die wegen dem Virus zu Hause bleiben. Umgekehrt würden deren Eltern die Beiträge erlassen. Nach Informationen von CH Media ist dem Finanzdepartement von Bundesrat Ueli Maurer (SVP) das Paket zu teuer.

Ohne Hilfspaket fürchten die Kitas Vertragskündigungen, vor allem wenn die Pandemie andauert. «Bei Lohneinbussen wegen Kurzarbeit oder bei Einnahmeausfällen von Selbständigerwerbenden sind die Kita-Kosten für viele Familien nicht mehr verkraftbar», sagt Rosmarie Quadranti. Dann könnten viele Eltern gezwungen sein, ihre Verträge zu kündigen. Die Reserven der Kitas wären bei diesem Szenario rasch aufgebraucht. Viele müssten Konkurs anmelden, sagt Quadranti. In diesem Fall fehlten nach dem Ende der Coronakrise dann Kita-Plätze, «für deren Anschubfinanzierung die öffentliche Hand viel Geld ausgegeben hat».

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