Sozialhilfe

Ausgaben für Sozialhilfe mehr oder weniger konstant

Das Sozialhilfesystem der Schweiz scheint stabil. Nach neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik haben die Belastungen für Bund, Kantone und Gemeinden 2018 nur minim zugenommen. In einigen Bereichen gingen die Leistungen sogar leicht zurück, etwa im Asyl- und Flüchtlingsbereich. (Symbolbild)

Das Sozialhilfesystem der Schweiz scheint stabil. Nach neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik haben die Belastungen für Bund, Kantone und Gemeinden 2018 nur minim zugenommen. In einigen Bereichen gingen die Leistungen sogar leicht zurück, etwa im Asyl- und Flüchtlingsbereich. (Symbolbild)

Für Sozialhilfe im weiteren Sinn haben Bund, Kantone und Gemeinden im Jahr 2018 rund 8,4 Milliarden Franken ausgegeben. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Jahr davor. Zur Sozialhilfe im weiteren Sinn zählen die Sozialhilfe und weitere Sozialleistungen nach Bedarf.

In manchen Bereichen sanken die Ausgaben leicht, so im Asyl- und Flüchtlingsbereich. Von 2008 bis 2017 stiegen die Subventionen des Bundes für Sozialhilfe im Asyl- und Flüchtlingsbereich kontinuierlich von 330 auf 988 Millionen Franken. 2018 gingen sie nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) erstmals zurück: auf 961,7 Millionen, was einem Minus von etwa zweieinhalb Prozent entspricht.

Leicht rückläufig war gemäss BFS auch die allgemeine Anzahl an Beziehenden bezogen auf die Wohnbevölkerung (Sozialhilfequote). Sozialhilfe im weiteren Sinn kassierten in den Rekordjahren 2014 bis 2016 um die 9,6 Prozent der Bevölkerung, in den beiden Jahren danach sank die Quote um 0,1 Prozentpunkt. Auch die Sozialhilfe im engeren Sinn (wirtschaftliche Sozialhilfe) sank in diesem Umfang und betraf 2018 noch 3,2 Prozent der Wohnbevölkerung.

Die Nettoausgaben für die wirtschaftliche Sozialhilfe blieben mit 2,8 Milliarden Franken annähernd auf dem Vorjahresniveau, der Anstieg betrug nominal lediglich 0,3 Prozent. Pro Einwohner wurden 2018 für Sozialhilfe im engeren Sinn 331 Franken fällig.

Deutliche Unterschiede in den Kantonen

Die Belastung unterschied sich aber je nach Kanton erheblich: Pro Genfer Einwohner kostete die Sozialhilfe 650 Franken, in Basel-Stadt waren es sogar 736 Franken. Am wenigsten für Sozialhilfe aufwenden mussten Bewohner von Appenzell Innerrhoden, die mit 46 Franken pro Person davonkamen. Wenig Unterstützung für notleidende Mitbürger mussten auch Bewohner der Urkantone Nidwalden (59 Franken), Obwalden (66) und Uri (88) abführen.

Die Leistungen verteilten sich folgendermassen: Ergänzungsleistungen frassen 46,2 Prozent des Sozialhilfe-Budgets, wirtschaftliche Sozialhilfe 34 Prozent, Familienbeihilfen knapp 11 Prozent, Alimentenbevorschussung 5 und Wohnbeihilfen 3,4 Prozent. Arbeitslosenhilfe machte nur ein halbes Prozent des Sozialhilfe-Budgets aus, AHV/IV 0,2 Prozent. Die grösste absolute Zunahme an Sozialleistungen verzeichneten 2018 mit 105 Millionen Franken die Ergänzungsleistungen, was einem Plus von 2,1 Prozent entspricht.

Die durchschnittlichen jährlichen Nettoleistungen pro Empfängerin und Empfänger von wirtschaftlicher Sozialhilfe beliefen sich auf 10'379 Franken, 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier gab es kantonale Unterschiede, wenn auch nicht allzu grosse: Am höchsten waren die empfangenen Leistungen pro Person in Basel-Stadt, Waadt, Zürich, Bern und Solothurn, wo Bezüger mit 11'421 bis 11'881 Franken im Jahr rechnen durften. Mit Abstand am wenigsten gab es in Appenzell Innerrhoden, wo im Schnitt 4648 Franken bezahlt wurden. Dahinter folgten Freiburg und Obwalden mit etwas über 6000 Franken.

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