«Die Wahl findet voraussichtlich an der vorbereitenden Fraktionssitzung vor der Frühlingssession statt», bestätigt CVP-Informationschef Manuel Ackermann auf Anfrage. Also in der zweitletzten Februarwoche.

Der Grund für den Fahrplanwechsel dürfte mit der Luzerner Nationalrätin Andrea Gmür zu tun haben. Sie bewirbt sich, zusammen mit dem ebenfalls aus dem Kanton Luzern stammenden Nationalrat Leo Müller, um das Vize-Amt. Weitere Anwärter gibt es nicht.

Der Wahltermin von Ende dieser Woche war für Gmür allerdings ein Problem. Denn erst übernächste Woche, am 29. Januar, fällt der Entscheid, ob sie von der Luzerner CVP ins Ständeratsrennen geschickt wird. Ist dies der Fall, kommt Gmür als Vize-Fraktionschefin faktisch nicht mehr infrage. Denn der oder die Vize leitet die Nationalratsdelegation und muss daher der grossen Kammer angehören. Fraktionschef Filippo Lombardi (TI) gehört dem Ständerat an.

Ob Andrea Gmür allerdings wirklich Ständeratskandidatin wird, ist alles andere als sicher. Sie hat vorab mit der Vizepräsidentin der CVP Luzern, Yvonne Hunkeler, eine im Kanton gut verankerte Rivalin im Rennen um die Nachfolge des zurücktretenden Ständerats Konrad Graber.

Bei der innerluzernischen Ausmarchung um das Vize-Amt der CVP-Fraktion geht es indirekt bereits um die Nationalratswahlen. Die CVP läuft Gefahr, einen ihrer drei Luzerner Nationalratssitze zu verlieren. Und am stärksten gefährdet ist der Sitz von Andrea Gmür, die 2015 den dritten Platz hinter Ida Glanzmann und Leo Müller belegte.