Basel

Auch gegen Anschluss Allschwil

Projektideen: Die Basler Bürgerlichen wollen den Anschluss Allschwil an die Nordtangente, die Linke nicht. Der Zubringer Allschwil wie auch die sogenannte Südumfahrung stecken planerisch noch in den Kinderschuhen. GRafik bz

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Projektideen: Die Basler Bürgerlichen wollen den Anschluss Allschwil an die Nordtangente, die Linke nicht. Der Zubringer Allschwil wie auch die sogenannte Südumfahrung stecken planerisch noch in den Kinderschuhen. GRafik bz

Das Parlament spricht sich gegen den Strassenanschluss Allschwils an die Nordtangente aus. Ein erneuter Schlag gegen die Partnerschaft, kritisieren Bürgerliche.

David Weber

«Fundis, alles Fundis». CVP-Grossrat Markus Lehmann stürmte aus dem Grossratssaal. Sein Vorstoss für einen Anschluss Allschwils an die Nordtangente wurde vom Grossen Rat mit 47 zu 40 Stimmen abgelehnt. Dass Basel West ein Verkehrsproblem hat, wurde zwar von niemandem bestritten. SP, Grünes Bündnis und Grünliberale wollen dies aber nicht mir einer neuen Hochleistungsstrasse, sondern mit Öffentlichen Verkehrsmitteln lösen.

Klar, dass da wieder der Grossratsentscheid vom Mittwoch aufgewärmt wurde, als SP, Grünes Bündnis und die SVP die neue Buslinie 48 zwischen Bahnhof Basel SBB und dem boomenden Bachgrabengebiet auf Allschwiler Boden aus dem ÖV-Programm kippten. Der Grünliberale David Wüest-Rudin an die Adresse der Linken: «Auf welchem Stern machen sie Verkehrspolitik?» Er versteht das Nein gegen eine finanzielle Beteiligung an der Buslinie 48 nicht, da der verkehrstechnische Handlungsbedarf in diesem Gebiet unbestritten sei.

Linke verteidigen Nein zum Bus 48

Michael Wüthrich vom Grünen Bündnis rechtfertigte den Entscheid: «Wir wollen Allschwil nicht bestrafen» und sie seien schon gar nicht gegen die bessere Erschliessung Allschwils durch den Öffentlichen Verkehr. Das Grüne Bündnis und die SP setzen dabei aber auf die Schiene. Seit Jahren werde der von der Basler Linken geforderte Ausbau der Tramlinien 6 und 8 durch Allschwil und die Baselbieter Regierung blockiert, ärgerte sich Beat Jans (SP). Christoph Wydler (EVP) erklärte, dass die Tramverlängerung auf Druck von Allschwil gar aus dem Baselbieter Richtplan entfernt worden sei. «Mit dem Nein zur 48er Bus forderten sie Allschwil und die Baselbieter Regierung auf, mit den Tramverlängerungen endlich vorwärts zu machen», sagte Wüthrich. Jans sprach von einem «partnerschaftlichen Signal».

Für die Bürgerlichen ist es aber vor allem ein partnerschaftlicher Affront. Mit dem Nein zum Anschluss Allschwil an die Nordtangente setzte das Parlament gestern noch einen drauf. Die unterlegenen Parlamentarier sind bestürzt: «Die Art und Weise, wie mit der wichtigen Gemeinde Allschwil umgegangen wird, ist beschämend», ärgerte sich LDP-Grossrat und Direktor der Handelskammer beider Basel Andreas Burckhardt. Die Handelskammer kritisierte in einer Medienmitteilung den «verkehrspolitischen Doppelschlag gegen die Partnerschaft». Vom wirtschaftlich rasch wachsenden Allschwil profitiere auch Basel, sagte Lehmann. Er wirft der Linken «Brunnenvergiftermentalität» vor.

Anschluss wird sowieso geprüft

Um nicht noch mehr «Öl ins Feuer zu giessen», bat Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels, den Anzug Lehmann an den Regierungrat zu überweisen. Obwohl dieser laut Wessels eigentlich unnötig ist. Denn im Richtplan von Basel-Stadt und Baselland sind der Anschluss Allschwil und die Südumfahrung als zu prüfende Verkehrsmassnahmen enthalten. Das Nein zum Anzug ändere daran «überhaupt nichts». Derzeit wird unter der Federführung der Baselbieter Behörden eine Studie zur Entwicklungsplanung Leimental - Birseck- Allschwil erarbeitet. Auch eine Interreg-Studie mit Fokus auf dem Öffentlichen Verkehr sei in Arbeit, sagte Wessels. Danach schaue man zusammen mit Baselland weiter, welche Verkehrsprojekte weiterverfolgt werden.

Der Zubringer Allschwil und die Südumfahrung sind bisher nichts mehr als Projektideen. Darum liessen die Grünliberalen auch das Argument nicht gelten, man brauche den Zubringer Allschwil wegen der Südumfahrung. «Selbst wenn Baselland sich tatsächlich für die Südumfahrung entscheidet, dauert es 20 bis 30 Jahre» bis zur Realisation», sagte Wüest-Rudin.

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