Kräftiger Wirbel am Leutschenbach: Am Freitagmittag gab Susanne Wille, 44, ihren Rücktritt als «Rundschau talk»-Moderatorin bekannt, weil sie sich zukünftig auf strategische Aufgaben im SRF-Newsroom konzentrieren wolle. Wenige Stunden später vermeldete das Zürcher Medienhaus Ringier den baldigen Zugang von «Arena»-Moderator Jonas Projer, 37, der spätestens im kommenden September das SRF verlassen und als Chefredaktor von «BlickTV» ins Zürcher Seefeld umsiedeln wird.

Nach 13 Jahren als SRF-Brüssel-Korrespondent und «Arena»-Moderator freue er sich auf die neue Herausforderung, liess Projer verlauten. Bereits am Freitagnachmittag meldete er sich via Video-Konferenzschaltung bei seinen zukünftigen «Blick»-Kollegen. Die Euphorie über den gewichtigen Neuzugang im Haus des Zürcher Boulevard-Blattes ist gross.

Nachfolger aus eigenen Reihen?

Weniger euphorisch zeigt man sich beim SRF selbst. Nach dem umstrittenen Aus für Kurt Aeschbachers Talk-Sendung Ende des vergangenen Jahres und dem abrupten Ende von Christa Rigozzis «Arena/Reporter»-Karriere vor zwei Wochen verschwindet mit Projer ein weiteres bekanntes Gesicht vom Schweizer TV-Bildschirm.

Der Abgang von «Arena»-Mann Projer dürfte den Lenkern am Leutschenbach Sorgen bereiten. Wer Projers Nachfolge antrete, sei noch nicht geregelt, sagte ein SRF-Sprecher auf Anfrage.

Klar ist: Projers Entscheid kam auch für seine SRF-Kollegen überraschend. Der Abgang sei unvermittelt gekommen, heisst es aus dem Leutschenbach. Klar ist auch: Talentierte Moderatoren mit dem nötigen politischen Profil gäbe es in den Reihen des SRF genug.

Politjournalistin Susanne Wille, «Tagesschau»-Sprecher und «Medienclub»-Moderator Franz Fischlin, 56, oder «Rundschau»-Journalist Sandro Brotz, 49, zum Beispiel. Auf Anfrage wollten sich die drei SRF-Aushängeschilder noch nicht über einen möglichen Karriereschritt in die «Arena» äussern.