Video-Interview
Arbeitgeber beauftragen Privatdetektive als Homeoffice-Spitzel – einer erzählt

Homeoffice ist in vielen Fällen eine Frage des Vertrauens. Gibt es Hinweise, dass Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter in ihrer Arbeitszeit nicht arbeiten, kommt offenbar auch einmal ein Privatdetektiv zum Einsatz. Das hat aber Grenzen, sagt einer von ihnen.

CH Media
Drucken
Teilen

Erich Wunderli ist Privatdetektiv und observiert im Auftrag von Arbeitgebern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice. Im Interview mit Tele Züri erzählt der langjährige Detektiv von seinen Ermittlungen.

Genau dort, wo das Homeoffice anfängt, ist für Wunderli aber Schluss. Jemanden in seiner Wohnung zu bespitzeln, das sei aufgrund des Datenschutzes nicht möglich, sagt er.

Jedoch könne er herausfinden, ob jemand statt zu arbeiten etwa lieber wandern geht. Ein Privatdetektiv-Kniff ist etwa, einen GPS-Tracker unter dem Auto installieren. Das sei rechtlich erlaubt, so Wunderli

«Eine Stichprobe, keine Dauerkontrolle»

Länger als drei Tage werde bei ihm aber niemand beobachtet. «Das soll eine Stichprobe sein, keine Dauerkontrolle. Solche Aufträge nehmen wir gar nicht erst an», sagt Erich Wunderli.

Mit einer Homeoffice-Observation beginnt er im Idealfall an einem Montag. Seine These: Gerade zum Wochenstart falle Arbeitsmuffeln der Wiedereinstieg schwer.

Der Detektiv hat aber auch Verständnis für seine «Opfer»: «Wir haben Corona. Da fällt einem die Decke auf den Kopf und wir ticken alle nicht mehr gleich wie vorher. Das muss man auch berücksichtigen.» (smo)