Heute wurde in der Schweiz und in Frankreich des verstorbenen Lokführers gedacht, der am Montag in der Westschweiz bei einem Zugunglück sein Leben verlor. Ursache für den Unfall war vermutlich ein missachtetes Rotlicht.

Solche Fehler sind leider keine Seltenheit. Laut Bundesamt für Verkehr kam es alleine in diesem Jahr bereits zu 63 solchen sogenannten Signalfällen, wie «10vor10» in seiner Sendung berichtet.

«Es kann sein, dass der Lokführer nicht aufpasst, aber es ist auch möglich dass der Bremsweg wegen Eisglätte oder Laub auf den Schienen länger wird und der Lokführer es nicht mehr schafft, vor dem roten Signal zum Stehen zu kommen», erklärt Silko Höppner, Verkehrsingenieur am Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme an der ETH Zürich, gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

Glaubt man den Lokführern gibt es aber noch einen weiteren Grund für Signalmissachtungen: Zeitdruck. «Manchmal spürt man schon den Druck, dass die Pünktlichkeit fast mehr Wert hat als gewisse andere Dinge», sagt Urs Mächler Präsident des Lokführer-Personalverbandes. Man müsse «auf den Zeigersprung» abfahren und an einigen Punkten schon bei Orange losfahren, um die Zeiten einzuhalten.

In einem internen Papier mit dem Titel «Jede Sekunde zählt» werden die Lokführer tatsächlich dazu angehalten, sich über die Regeln hinwegzusetzen. Demnach soll der Abfahrtsprozess noch bei «Warnung» zeigenden Vorsignalen eingeleitet werden.

Die SBB selbst betont, dass die Sicherheit in jedem Fall über der Pünktlichkeit stehe. (cze)