Schweiz

75 Prozent des Stroms 2019 war erneuerbar – AKW gewinnen Anteile am Strommix dazu

Da undeklarierter Strom ab diesem Jahr in der Schweiz nicht mehr verkauft werden darf, kommt vermehrt Schweizer Atomstrom zum Zug.

Da undeklarierter Strom ab diesem Jahr in der Schweiz nicht mehr verkauft werden darf, kommt vermehrt Schweizer Atomstrom zum Zug.

Im letzten Jahr stammte der Strom aus Schweizer Steckdosen zu 75 Prozent aus erneuerbaren Energien. Das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Ebenfalls Anteile am Strommix gewonnen haben AKW.

(sat/wap) Konkret war letztes Jahr 19,1 Prozent (2018: 17,3 Prozent) des gelieferten Stroms in Kernkraftwerken produziert worden. Da Strom aus unbekannter Herkunft – 2019 betrug dessen Anteil noch 4 Prozent (2018: 6 Prozent) – ab diesem Lieferjahr verboten ist, weichen Grossverbraucher offenbar vermehrt auf inländische Kernenergie aus, schreibt das Bundesamt für Energie (BFE) am Montag in einer Mitteilung. Der gelieferte Atomstrom stammte laut BFE wie im Vorjahr fast ausschliesslich aus der Schweiz.

Seit 2018 müssen Stromlieferungen deklariert werden. Strom unbekannter Herkunft – so genannter Graustrom – ist nur noch in Ausnahmefällen und bis im Jahr 2020 zulässig. Den grössten Anteil am Strom aus erneuerbaren Quellen hält nach wie vor die Wasserkraft (66 Prozent), gefolgt von Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und Biomasse (insgesamt 8,4 Prozent). 2018 hatte dieser Anteil noch bei 7,85 Prozent gelegen. In geringen Mengen stammte der letztes Jahr gelieferte Strom in der Schweiz aus fossilen Energieträgern (2 Prozent; Vorjahr: 1,7 Prozent).

Der Liefermix unterscheidet sich damit deutlich vom Produktionsmix. 2019 wurden in der Schweiz 56,4 Prozent des Stroms in Wasserkraftwerken produziert, 35,2 Prozent entfielen auf die Kernkraft. Nur knapp sechs Prozent des in der Schweiz produzierten Stroms stammt aus neuen erneuerbaren Energien wie beispielsweise Windkraft oder Photovoltaik. Der Anteil des aus fossilen Energieträgern gewonnnen Stroms liegt bei 2,6 Prozent.

Der Unterschied zwischen Produktionsmix und Liefermix verweise auf die bedeutende Rolle des Stromhandels über die Landesgrenzen hinweg, schreibt das BFE. Die Schweizer Stromversorger sind seit 2005 gesetzlich dazu verpflichtet, Herkunft und Zusammensetzung des gelieferten Stroms offenzulegen. Die Deklaration erfolgt jeweils rückwirkend für das vergangene Kalenderjahr.

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