Pandemie
265 Millionen Klicks: Corona lässt die Zahlen auf der Webseite des BAG hochschnellen

Die Webseite des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ist in der Pandemie eine begehrte Informationsquelle. Auch die Social-Media-Zahlen steigen rasant. Und das BAG ist neu auf TikTok und Facebook.

Othmar von Matt
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92 Medienkonferenzen, 265 Millionen Klicks: Gesundheitsminister Alain Berset (rechts) mit Daniel Koch, dem ehemaligen Leiter «Übertragbare Krankheiten» des Bundesamtes für Gesundheit.

92 Medienkonferenzen, 265 Millionen Klicks: Gesundheitsminister Alain Berset (rechts) mit Daniel Koch, dem ehemaligen Leiter «Übertragbare Krankheiten» des Bundesamtes für Gesundheit.

Keystone (Bern, 6. März 2020

Im Normalfall registrierte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) drei bis vier Millionen Besucher pro Jahr auf seiner Website - und acht bis neun Millionen Klicks. Doch 2020 war alles anders.

Das Informationsbedürfnis der Bevölkerung war extrem hoch. Das zeigte sich auf der BAG-Website exemplarisch. Bis am 21. Dezember verzeichnete sie 124,7 Millionen Besucher. Diese sorgten für insgesamt 265,2 Millionen Klicks. Das zeigen statistische Zahlen zum Jahr 2020, die das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) auf Anfrage freigab.

Den Tagesrekord erreichte die Webseite am 28. Oktober

Die höchsten Tageszahlen wies die Website am 28. Oktober aus. Sie verzeichnete 1,7 Millionen Besucher, die für 3,8 Millionen Klicks sorgten. Damit befanden sich an diesem Tag rund 20 Prozent der 8,6 Millionen Einwohner der Schweiz auf der Website des Bundesamts.

Es war der Tag, an dem der Bundesrat die Zuschauer wieder aus den Eishockey- und Fussballstadien verbannte. Der Tag auch, an dem die Regierung Clubs und Tanzlokale schloss. Bars und Restaurants durften nur noch bis 23 Uhr geöffnet haben.

92 Medienkonferenzen, die erste am 28. Januar

Auch politisch stand das Jahr 2020 ganz im Zeichen der Pandemie. Das belegt eine Zusammenstellung der Bundeskanzlei. Es gab zehn Medienkonferenzen des Bundesamts für Gesundheit zu Corona, 36 Medienkonferenzen des Bundesrats und 46 Point de Presse mit Fachexperten.

Alles begann am 28. Januar. An diesem Tag äusserte sich das BAG erstmals an einer Medienkonferenz zum Coronavirus. Die «gute Nachricht» von Patrick Mathys, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten», Ansteckungen seien im Moment nur in China möglich, erwies sich als überholt. An diesem Tag war erstmals eine Übertragung ausserhalb Asiens nachgewiesen worden - in Deutschland. Epidemiologe Christian Althaus kritisierte das auf Twitter.

Alain Berset nahm an 61 Medienkonferenzen teil

Innenminister Alain Berset selbst nahm an 61 Medienkonferenzen zum Coronavirus teil: an Medienkonferenzen des Bundesrats, mit der Gesundheitsdirektorenkonferenz der Kantone und mit kantonalen Gesundheitsministern bei 16 Kantonsbesuchen.

Total hielt der Bundesrat gemäss Bundeskanzlei 54 Sitzungen ab, tagte während 176 Stunden und traf Beschlüsse zu 2781 Geschäften. Zahlen des EDI zeigen, dass die Pandemie dabei eine zentrale Rolle spielte: Bersets Gesundheitsdepartement brachte 115 Coronageschäfte in 41 Bundesratssitzungen ein. Gleichzeitig beantwortete es im Parlament 220 Vorstösse und 239 Fragen.

BAG ist nun auch auf TikTok und Facebook

Die Follower- und Fan-Zahlen der Social-Media-Accounts von Alain Berset (Twitter, Facebook und Instagram) stiegen von 140000 auf 325000. Jene des BAG explodierten von nur gerade 19500 zu Beginn der Pandemie auf 420000. Das BAG eröffnete mit der Pandemie einen TikTok-Account, damit es Jugendliche besser ansprechen konnte. Neu ging es auch auf Facebook präsent. Der Reichweite wegen.