Rekrutenschule im Homeoffice
15'000 Männer rücken in Winter-RS ein – doch das Online-Lernprogramm streikt

Am Montag hat für 15'000 Rekruten die Winter-RS begonnen. Wegen Corona darf ein Teil die Rekrutenschule zu Hause starten. Doch beim Einrücken im Homeoffice bereitet das E-Learning-Programm der Armee Probleme.

Samuel Christian Thomi
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Warten auf Antwort: Die Schweizer Armee kämpft am Montag zum Start der ersten Rekrutenschule im Homeoffice mit den Tücken der Technik.

Warten auf Antwort: Die Schweizer Armee kämpft am Montag zum Start der ersten Rekrutenschule im Homeoffice mit den Tücken der Technik.

Keystone

Für insgesamt 15'000 vorab junge Männer und ein paar Frauen hat am Montag die Rekrutenschule begonnen. 60 Prozent aller erwarteten 12'000 Rekrutinnen und Rekruten mussten dabei physisch in die Kasernen einrücken. Der Rest wird am 8. Februar folgen. Letztere zwei Fünftel sollten laut Armee vorgängig von zu Hause aus ein Lernprogramm absolvieren.

Doch damit hapert es offenbar. Wie das Onlineportal 20min.ch mit Verweis auf mehrere Rekruten berichtet, konnten einige zum RS-Start am Montagmorgen zu Hause nicht auf das online angebotene Lernprogramm der Armee zugreifen. Diesen Umstand bestätigt auf Anfrage von CH Media auch Stefan Hofer. Laut dem Armeesprecher hält die technische Störung bereits seit etwa 8 Uhr an.

Armee sucht mit externem Partner Lösung

«Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese zu beheben», sagt Hofer. Dies in Zusammenarbeit mit dem externen Partner für das Online-Lernprogramm. Zu einer möglichen Ursache für die technischen Probleme könne er derzeit keine Aussage machen. Ebenso wenig zu deren Dauer. Die Rekruten würden jedoch auf der Internetseite der Armee über den Stand informiert.

Das teilzeitige RS-Homeoffice soll der Armee in Pandemiezeiten etwas Luft verschaffen. Mit dem gestaffelten Eintreffen der Rekruten könnten allfällige positiv auf das Coronavirus getestete Armeeangehörige «optimal betreut und entsprechende Isolations- und Quarantänemassnahmen umgesetzt werden», schreibt die Armee am Montag in einer Mitteilung.

190 Frauen rücken ein

Darüber hinaus gelten laut Armee für die Rekruten- und Kaderschulen die besonderen Schutz- und Verhaltensregeln, welche sich bereits in der Sommer-RS des letzten Jahres bewährt hätten. Dabei werden alle Rekrutinnen und Rekruten sowie die rund 2800 Kader innerhalb von 48 Stunden nach Einrücken auf das Coronavirus getestet. Zudem werden alle Armeeangehörigen die ersten Wochen und auch über die Wochenenden wiederum in den Kasernen verbringen müssen.

Unter den 12'000 Rekruten befinden sich auch 190 Frauen. Diese absolvieren den Militärdienst freiwillig. Wie die Armee schreibt, steigt die Zahl der Rekrutinnen damit das dritte Jahr in Folge leicht an. Der prozentuale Anteil Frauen in der Schweizer Armee liegt weiterhin bei knapp unter einem Prozent.