1. August-Rede in Birmensdorf
1. August-Rede in Birmensdorf

Die 1. August-Rede in Birmensdorf hielt Gemeindepräsident Werner Steiner. Er ruft der Bevölkerung in Erinnerung, wie wichtig Solidarität und Gemeinschaft sind.

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Werner Steiner

Werner Steiner

Zur Verfügung gestellt

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Ich habe mir zum heutigen Tag einige Gedanken zum Thema Solidarität und Gemeinschaft gemacht.

Ein Gemeinwesen - und ich denke ein Dorf ist ein Gemeinwesen -lebt zu einem guten Teil von der Solidarität. In jeder Gemeinde leben ältere und jüngere Mitbewohner, Kranke und Behinderte, Reichere und weniger betuchte Leute, eben - in einer Gemein-schaft zusammen. Und in dieser Gemeinschaft wird viel freiwilli-ge Arbeit geleistet, ohne die das Gemeinwesen nicht mehr funkti-onieren würde. Ich denke da an die Vereine, an die Kommissio-nen, an die Parteien, an die Spitex, an die Feuerwehr, an die Nachbarhilfe und viele mehr.

Doch vielmehr fallen die vielen kleinen Dienst- und Hilfeleistun-gen im nächsten Bekannten- und Nachbarschaftskreis ins Gewicht. Wie oft wird ein Gang zur Post oder eine Autofahrt zum Arzt oder eine Hilfe im Garten zur grossen Stütze für den älteren oder in Not geratenen Nachbarn oder Quartierbewohner. Diese Solidarität gilt es zu erhalten oder womöglich zu vergrössern. Das Training für diese Art von Solidarität beginnt aber viel früher. Ich glaube, dass unsere Vereine hier eine grosse Vorarbeit leisten. In einem Verein lernt man, mit anderen zusammen ein gemeinsames Hobby zu pflegen und auch einen schwächeren Teilnehmer mitzunehmen. Nicht jeder ist ein guter Fussballer oder Turner oder Sänger oder Schütze, aber gemeinsam kommt man zum Ziel. Ist es nicht schön, nach gemeinsamer Anstrengung im Kreise von Gleichgesinnten zusammen zu sitzen und zu reden oder zu festen und gemachte Er-fahrungen auszutauschen. Diesen gut schweizerischen Gepflogen-heiten sollten wir Sorge tragen und sie erhalten. Das kleinste Glied in der Gemeinschaft ist die Partnerschaft und die Familie. Dort beginnt die Lebensschule hinsichtlich Rücksicht, Verantwortung und Vertrauen. Die Eltern leben ihren Kindern vor, was Anstand, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit bedeutet.

In der Schule lernen die Kinder rechnen, lesen und schreiben. Die Schule des Lebens findet aber ausserhalb des Schulhauses statt. Werte wie Kameradschaft, Liebe, Vertrauen, Solidarität können nicht als Schulfach gelernt werden, diese Fächer kommen aus der Schule des Lebens.

Ich bin eigentlich stolz auf die Mitbürgerinnen und Mitbürger von Birmensdorf, weil ich glaube, dass Sie die oben erwähnten Eigen-schaften ganz gut erfüllen. Ich meine, wir sind nicht besser aber auch nicht schlechter als vergleichbare Gemeinden irgendwo in der Schweiz. Wir dürfen stolz sein, ein Dorf in der schönen Schweiz zu sein und heute deren Geburtstag zu feiern. Den kran-ken und behinderten Mitbürgern wünsche ich viel Solidarität und nachbarliche Hilfe in ihrem Alltag.

Miteinander sind wir stark und bringen Leben in unser Dorf. Ich rufe Sie auf, engagieren Sie sich, wo auch immer Ihr Platz ist! Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen schönen 1.August. Danke!

Werner Steiner
Gemeindepräsident Birmensdorf
1. August 2010