Buchenegg
Wohnungen statt Hotel und Restaurant auf der Buchenegg

Das Hotelprojekt hat er wegen der Widerstände wenige Tage vor dem Entscheid der Baurekurskommission begraben. Nun plant Wirt Julius Eltschinger auf der Buchenegg Neues: Wohnungen. Dafür sollen Scheunen und der Annexbetrieb Casa Marzipano weichen. Auch das Restaurant Chnuschperhüsli soll zu Wohnraum umfunktioniert werden.

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Wohnungen statt Hotel und Restaurant auf der Buchenegg

Wohnungen statt Hotel und Restaurant auf der Buchenegg

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

Seit rund 20 Jahren betreibt die Familie Eltschinger auf der Buchenegg das Restaurant Chnuschperhüsli. Im Jahr 2002 hat sie auf der anderen Strassenseite die Casa Marzipano eröffnet, ausgestattet mit einem Saal für Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeste und andere Anlässe.
Vor zwei Jahren lancierte Julius Eltschinger auf dem Areal des alten Bauernwohnhauses, unmittelbar neben der Casa Marzipano, das Hotelprojekt - ein der Landschaft angepasster Bau im Landgasthofstil mit 15 Zimmern, Restaurant und Saal - alles rollstuhlgängig. Den Plänen erwuchs allerdings Widerstand durch den Verein Pro Üetliberg und durch den Heimatschutz. Vor wenigen Tagen gab Eltschinger den Rückzug der Hotelpläne bekannt; er sprach von zu grossen Widerständen und einem für ihn unverhältnismässig langen Weg durch die Instanzen.
Am 15. April, nach Eltschingers Rückzugsentscheid, hiess dann die Baurekurskommission II den Rekurs eines Nachbarn gut - nicht wegen des Hotels, sondern wegen der Zufahrt. Der Wirt hebt hervor, dass nur diesem Anwohner und teilweise dem Heimatschutz die Legitimation zum Rekurs zugesprochen wurde - nicht aber dem Verein Pro Üetliberg, der ja auch Uto-Kulm-Betreiber Giusep Fry seit Jahren im Nacken sitzt und im aktuellen Fall einen Teil der Verfahrenskosten zu tragen hat. Eltschinger selber wurden hingegen keine Gerichtskosten auferlegt.

«So schnell als möglich» eine Projekteingabe
Den Vorwurf, die Vorderbuchenegg in eine Rummelplatz zu verwandeln, weist Julius Eltschinger weit von sich. «Das sind Unterstellungen. Wir können nicht machen, was wir wollen. Bei uns wird mehr hingeschaut als an anderen Orten», sagt er und lobt auch die objektive Sichtweise der Gemeinde Stallikon. Die Widerstände gegen das Hotelprojekt, mit dem die Familie Eltschinger der nächsten Generation eine Existenzgrundlage schaffen wollte, haben nun andere Pläne beschleunigt: jene eines Wohnungsbaus auf der Buchenegg. Den Eltschingers gehört ein grosser Teil des Areals im Weiler; es befindet sich hauptsächlich in der Kernzone W2 und lässt zweigeschossige Bauten zu. Sie wollen nun zusammen mit dem Architekt «so schnell als möglich» eine Projekteingabe vorbereiten. Möglich sind dabei der Abbruch der Casa Marzipano, der Villa Franca (altes Bauernhaus) und von zwei Scheunen. Auch den Restaurantbetrieb im unverändert belassenen Chnuschperhüsli will die Familie Eltschinger aufgeben und diese in Wohnraum umwandeln. Wohnungsbau auf der Buchenegg plant auch Julius Eltschingers Bruder Peter.
Mit dem Rückzug von Julius Eltschinger aus der Gastronomie verbliebt im Weiler einzig das Restaurant Buchenegg. «Verlierer sind dann wohl Familien, Wanderer und andere, die ihren Event oder ihre Rast auf dem Lande bevorzugen», sagt ein Gast im «Chnuschperhüsli».

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