Wohnen in der alten Strohhutfabrik

Das Gewerbehaus der ehemaligen Strohgeflechtfirma Leo Dubler & Söhne in Wohlen wird umgenutzt: In den alten Fabriksälen sollen zwanzig attraktive Lofts für eine trendbewusste Käuferschicht eingerichtet werden.

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Wohnen in der alten Strohhutfabrik

Wohnen in der alten Strohhutfabrik

Jörg Baumann

Immer mehr Leute wollen in alten Fabriken wohnen. Das ist auch in Wohlen nicht anders. Individuelle Wohnformen sind im Trend. Diesen Gedanken nehmen auch drei Investoren auf, die in Cham die Alte Strohhutfabrik Immobilien AG gründeten. Sie erwarben das grosse ehemalige Fabrikgebäude der Firma Leo Dubler & Söhne im Aesch in Wohlen. Die Investoren wollen das Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert, das heute einigen Dienstleistungsfirmen als Domizil dient, nicht einfach opfern. Die Familie Dubler gehörte über Jahrhunderte zu den Geschlechtern, die die Wohler Strohindustrie prägten. Aus der Fabrik wird nun ein Wohnhaus mit 20 trendigen Loft-Wohnungen.

«Wohlen liegt zentral»

Das Projekt für den Umbau der alten Dubler-Fabrik sei in wenigen Monaten entstanden, berichtet die Architektin Regine Nyfeler vom Basler Architekturbüro Flubacher-Nyfeler + Partner. Regine Nyfeler schätzt die Qualitäten der Kleinstadt Wohlen höher ein als die Verfasser des jüngst publizierten Städterankings, in dem Wohlen weit hinten platziert wurde. «Wohlen liegt zentral», sagt sie. Zug, Luzern, Zürich, Bern und Basel seien von Wohlen aus gut erreichbar. Wohlen habe auch gute Wohnlagen im Dorfkern, so auch im AeschQuartier, wo die Loft-Wohnungen geplant sind.

Käufer planen Innenausbau

Mit dem Projekt wolle man eine Käuferschicht ansprechen, die sich eine grosse Wohnung mit dem Charme einer alten Fabrik leisten könne, sagt die Architektin. Angeboten werden Lofts in verschiedenen Grössen und Preislagen. Die kleinsten mit einer Wohnfläche von 90 bis 108 Quadratmetern sind laut der Preisliste für 500 000 bis 590 000 Franken zu haben. Die grössten Lofts sollen zwischen 1,1 und 1,7 Millionen Franken kosten.

«Wir planen echte Lofts», betont Regine Nyfeler. «Die Eigentümer sollen noch nachvollziehen können, dass sie nicht in einem Neubau, sondern in einer Fabrik aus der Zeit der Wohler Strohindustrie wohnen.» Alle Lofts erhalten grosse Terrassen, die drei im Erdgeschoss sogar private Gärten.

Grossen Wert legen die Projektverfasser auf eine ansprechende Umgebungsgestaltung, die das spezielle Wohngefühl steigert. Innentreppen, Küchen, Bäder, Boden-, Wand- und Deckenbeläge und die Lichtführung sollen die Bewohner selber gestalten können. Ein Designerteam steht ihnen als Berater zur Seite. Der Terminplan ist ehrgeizig: Die Lofts sollen voraussichtlich schon im nächsten Sommer bezogen werden können.

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