Schützenfest

Wie ein Radiospot dem Aarauer Schützenfest die Helfer beschert

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500 Helfer braucht das Eidgenössische Schützenfest in Aarau täglich - dies während 25 Tagen. Für die mühselige Rekrutierung geht das OK neue Wege und schaltete einen Radiospot - erfolgreich.

Sandra Kohler

«Hey häsch scho ghört, am Schützefäscht z'Aarau bruchets no Hälfer und chasch sogar no Chole verdiene.» Mit diesem Radiospot rekrutiert das Organisationskomitee des Eidgenössischen Schützenfestes jugendliche Helfer. Dabei wird besonders auf die Entlöhnung hingewiesen: «Wännt s'ganze Fäscht hilfsch, chasch 1000 Stutz inehole.» Diese Nachricht hat eingeschlagen wie eine Bombe. «Die Reaktionen waren sehr gut», sagt Mediensprecher Marcel Suter.

Nach einem harzigen Start haben sich nun 18 Schulklassen für halb- bis ganztägige Einsätze angemeldet. Zahlreiche weitere Jugendliche helfen nicht im Klassenverband sondern aus Eigeninteresse. «Der Einsatz von Jugendlichen als Helfer hat an Schützenfesten Tradition», erklärt Suter. Diese werden als so genannte «Warner» eingesetzt. Dabei sitzen sie hinter den Schützen und kontrollieren die automatische Erfassung der Resultate.

Schulbesuche und Aufklärungsarbeit waren notwendig

Bis sich das Organisationskomitee aber über so viele Anmeldungen von Jugendlichen freuen konnte, musste viel gearbeitet werden: «Es war ein riesen ‹Chrampf› und zahlreiche Besuche bei den Lehrpersonen und Aufklärungsarbeit waren notwendig», blickt Suter auf die vergangenen Wochen zurück. «Der Schiesssport polarisiert und wird von vielen Leuten nicht akzeptiert.» Deshalb sind die Verantwortlichen nicht erstaunt darüber, dass einige Schulen sich klar gegen einen Helfereinsatz ausgesprochen haben.

Mässiges Interesse an Schulbesuchen von Schützen

Suter erinnert sich an seine eigene Jugendzeit, als 1972 das Eidgenössische Turnfest in Aarau stattfand: «Damals wurden die Schulräume als Unterkunft genutzt und der Rektor hatte befohlen, dass die Schülerschaft geschlossen als Helfer am Fest teilnehmen wird.» Das sei heute nicht mehr so. Die Verbundenheit zu Traditionen habe abgenommen.

Im Vorfeld des Schützenfestes können die Klassen Sportschützen einladen, um sich so vertieft mit dem Schiesssport auseinanderzusetzen - doch: «Unser Angebot fand leider nur mässig Anklang. Es fanden nur sehr wenige Besuche statt», so Suter.

Mit Radiospot zahlreiche Helfer rekrutiert

Mit dem Radiospot beschreitet das OK neue Wege. «Diese Massnahme war anfänglich nicht so geplant», sagt Suter. Doch das neue Werbemittel scheint sich gelohnt zu haben. 80 Prozent der Helfer konnten bis heute rekrutiert werden. Damit sind die Verantwortlichen drei Wochen vor Festbeginn dort, wo sie sein wollen. «Der Festbetrieb ist sichergestellt», fasst Suter zusammen. Nächste Woche folgt noch ein weiterer Radiospot, der auf den Rekrutierungstag am 29. Mai in Aarau hinweisen wird. Einige Helferlücken gilt es denn noch zu schliessen. Suter überzeugt: «Wir geben jetzt nicht auf.»

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