Wer einkauft, hilft die Bahnhofstrasse erhalten

«Beide haben ein ‹BaL›, die Zürcher das ‹Baur au Lac›, wir das ‹Bauernhaus an der Limmat›», sagte Frank Felix von der Projektgruppe. Doch sonst gibt es zwischen den Bahnhofstrassen wenig Übereinstimmendes. Jetzt will Turgi seiner Bahnhofstrasse neues Leben einhauchen.

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Ihnen wurde vorgestellt, was die Projektgruppe in den letzten Monaten erarbeitet hat. «Wie es weiter geht ist noch nicht ganz klar», sagte Wenger abschliessend. Im Finanzplan der Gemeinde sind 250 000 Franken für die Attraktivitätssteigerung reserviert. Bewilligungsreife Projekte gibt es aber noch keine.

29 kamen mit dem Kinderwagen

Die Bahnhofstrasse ist ein regionales Einkaufszentrum, das im zunehmenden Konkurrenzkampf immer mehr Mühe hat. Dem will die Gemeinde entgegen wirken. Die bestehenden Geschäfte sollen unterstützt und weitere angezogen werden. Die Hauptverpflichtung liegt aber bei den Leuten: «Es ist wichtig, dass sie an der Bahnhofstrasse einkaufen und so die Läden erhalten», sagte Wenger.

Welche weiteren Massnahmen nötig sind, wurde im Rahmen der Projektarbeit erhoben. «Am 18. September haben wir von 7.15 bis 18.15 Uhr alle Leute gezählt», sagte Peter Cammerer von der Immo Suisse.

Vom Bahnhof kamen an diesem Tag 872 Passanten, von der ABB her 632. 29 von ihnen schoben einen Kinderwagen. 754 Autos durchfuhren die Bahnhofstrasse vom Bahnhof her, 493 in der Gegenrichtung. Mit dem Velo waren vom Bahnhof her 37 und von der ABB her 128 unterwegs.

Es braucht Parkplätze

Am Informationsabend unbestritten war eine weitere Temporeduktion. Statt der heute geltenden 30 km/h soll eine Begegnungszone markiert werden. Sie erlaubt nur noch 20 km/h als Höchstgeschwindigkeit. Sie wäre, so Felix, relativ einfach zu realisieren. An beiden Enden könnten, nach dem kantonalen Bewilligungsverfahren, neue Verkehrstafeln aufgestellt werden.

Auf keinen Fall soll die Anzahl der Parkplätze reduziert werden. Vertreter der Läden betonten, wie wichtig es ist, dass die Kunden möglichst nahe vor das Geschäft fahren können. In eine Begegnungszone sollten auch der Bahnhofplatz und die Vogelsangstrasse zwischen Bahnhofstrasse und Restaurant Diana einbezogen werden.

Im Bereich der «Krone» soll ein möglichst sicherer Fussgängerübergang für die Schülerinnen und Schüler markiert werden. Dieser könnte, so die Idee, mit einem Strassencafé verbunden werden. Der Sicherheit der kleineren Kinder galt das Interesse der Mütter unter den Zuhörern.

Die Arbeiten der Projektgruppe wurden in Empfehlungen und einer Ideenliste präsentiert. Diese umfasst 68 Punkte. Darin sind Vorschläge zu Handen des Gemeinderates, der Geschäftsleute und der Bevölkerung aufgelistet.

Ungeplanter Abgang

«Wir gehen nicht gerne von Turgi weg», sagte Rolf Gurtner, Verkaufschef Aargau der Coop. Entgegen allen Absichten wird der Coop an der Bahnhofstrasse geschlossen, an seiner Stelle wird ein Spar eröffnet. Immer wieder hatte Coop versichert, dass der Laden an der Bahnhofstrasse trotz Eröffnung des neuen Zenters im Geelig erhalten bleibe.

Erst Anfang Jahr hätten sie erfahren, dass der Mietvertrag für das Lokal nicht erneuert werden könne, weil Spar einziehen werde. «Es ist eine Schauergeschichte», kommentierte Gurtner und versprach: «Wir sind an einem neuen Projekt in Turgi.» (mz/dm/fhe)