Hausen
Wenn die F-15 Eagle in Hausen abhebt

Tausende von Zuschauern strömten am 30. Modellflugtag der Modellfluggruppe Affoltern auf den Oberämtler Flugplatz.

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Flugtag

Flugtag

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Der Knirps hält die Hand des Vaters und mit der anderen eine Bratwurst, in die er noch nicht hineingebissen hat. Sein Blick ist gebannt nach oben gerichtet. Staunend sieht er dem Jet nach, der etwa 50 Meter über Boden das Flugfeld in Hausen passiert. Mit gegen 300 km/h. Nicht allein der Knabe ist fasziniert von der Flugshow, die im Rahmen des von der Modellfluggruppe Affoltern organisierten Flugtages geboten wird.

Mehr als 10 000 Modellflugbegeisterte pilgerten am Wochenende ins Oberamt und erfreuten sich an originalgetreu nachgebauten Modellen, die da gekonnt gesteuert über die Köpfe hinwegbrausten. Die Piloten am Boden an den Steuerungskästen sind wahre Könner, aber auch versierte Tüftler, die ihre Maschinen in Hunderten von Stunden zur Flugtauglichkeit bringen. In einer PC-21, die Trainingsmaschine für den F/A 18, stecken mehr als 500 Arbeitsstunden - ganz zu schweigen vom 70 kg schweren Airbus A-380 des Deutschen Peter Michel, der den Modellflug-Koloss mit Singapur-Airline-Bemalung in die Luft schickt. Wehe, wenn ein solches 100 000-Franken-Werk abstürzt.

Die am Boden Dirigierenden haben oft auch einen Assistenten zur Seite, der über die Flugminuten wacht und somit weiss, wie viel Kerosin sich im Tank befindet. Ohne Sprit ist der Absturz «programmiert». Einen solchen verzeichnete der Flugtag am Sonntag: Die Stützpunktfeuerwehr Affoltern musste eine Maschine von einem Baum aus einer Höhe von 25 Metern bergen.
Die Modellfluggruppe Affoltern, die den Flugtag zum 30. Mal inszenierte, hat von rund 100 Bewerbern 40 nicht berücksichtigen können. «Wir wollen dem Publikum einen möglichst guten Querschnitt an Modellen präsentieren», sagt Wolfgang Auth von der Modellfluggruppe. Und das ist ihr zweifelsohne gelungen - mehr noch: Neben Doppeldeckern, Kunstfliegern, Jets, Warbirds aus dem 1. und 2. Weltkrieg, Helikoptern, einem Fesselflieger, zivilen und militärischen Maschinen aus allen Epochen, hob am Wochenende auch das weltweit grösste Modellsegelflugzeug ab. Mit einer Spannweite von 15 Metern entspricht es praktisch einem Original.

Elektroflieger im Vormarsch

Die detailgetreu nachgebauten Maschinen - sogar der Pilot sitzt im Cockpit - sind mehr und mehr mit Elektromotoren ausgerüstet. Sie sind leistungsfähiger als die mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Flugobjekte. «Die neue Akku-Technik machts möglich. Die Akkus sind heute wesentlich leichter», sagt Wolfgang Auth, fügt aber bei, dass ein sorgsamer Umgang nötig ist.

Sie werden mit speziellen Ladegeräten aufgeladen und erfordern Vorsicht, weil Brandgefahr herrscht und die Maschinen beim versehentlichen Berühren eines Knopfs sogleich in Bewegung geraten können, was Verletzungsgefahr bedeuten kann. Der Elektroflieger macht weniger Lärm und ist geruchsfrei. Dennoch gehören «Kerosin-Wolken» nach wie vor zu einem solchen Flugtag.