Versammlung ohne dieses Geschäft

Auf der Traktandenliste der Seeberger Gemeindeversammlung vom 9. Juni fehlt die Schulliegenschaft Riedtwil-Hermiswil – weil die neue Nutzung nach wie vor offen ist. Beraten wird dafür über eine neue Stelle für die Werkdienste.

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Solothurner Zeitung

Irmgard Bayard

Die Schulliegenschaft Riedtwil-Hermiswil ist an der Gemeindeversammlung von Seeberg am 9. Juni kein Thema. Diese wartet immer noch auf neue Nutzungen. «Es ist alles beim Alten», sagte der zuständige Gemeinderat Erich Gygax-Hirschi (BDP). Zwar hätten sich einige Interessenten gemeldet, und Dossiers seien verschickt worden, «aber konkret hat sich nichts ergeben. Wir geben uns dafür Zeit», sagt Grütter. Die Liegenschaft sei in einschlägigen Portalen im Internet ausgeschrieben. «Bevor wir der Bevölkerung keine konkrete Nutzung vorschlagen können, kommt das Geschäft nicht vor die Versammlung», betont Grütter.

Mit der Frage, wie die Schulanlage in Riedtwil-Hermiswil künftig genutzt werden soll, haben sich die Gemeinderäte von Seeberg und Hermiswil bereits im Herbst befasst. Projektideen aus der Bevölkerung wurden aufgenommen. Im November wurde beschlossen, die nicht mehr für öffentliche Nutzungen benötigten Teile zu verkaufen. Diese wurden in einem Prospekt als «ideal zur gewerbliche Nutzung» angepriesen. Auf der Internetseite der Gemeinde (www.seeberg.ch, Wohnen + Bauen, Verkaufsobjekte) kann die Verkaufsdokumentation heruntergeladen werden.

Organisation stösst an Grenzen

Der Werkdienst (Strassen und Gewässer) sowie der Hausdienst (sämtliche gemeindeeigenen Liegenschaften) der Gemeinde Seeberg sind personell unterdotiert. Zu diesem Schluss kommt eine externe Beratungsfirma. Aus diesem Grund beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom 6. Juni eine neue Stelle zu schaffen. Dafür wird mit einem maximalen Personalaufwand von 125 000 Franken gerechnet.

Aktuell erledigen die Mitglieder der Strassenkommission sowie Mitarbeiter aus den jeweiligen Ortsbezirken die Arbeiten im Bereich der Strassen und der Gewässer. «Diese Organisation stösst seit längerer Zeit an personelle und konzeptionelle Grenzen», schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. Die Dienste sollen nun neu strukturiert werden.

Im Bereich Werkdienste ist eine neue Stelle von 80 bis 100 Prozent vorgesehen. Der Leiter des Werkdienstes soll zugleich die Funktion des Leiters Kommunalbetriebe übernehmen. Der Mitarbeiterpool wird mit den bisherigen Helfern aus den Ortsbezirken gebildet. Im Bereich Hausdienst ändere an der personellen Zusammensetzung nichts. «Neu wird dem heutigen Abwart die Gesamtleitung des Hausdienstes übertragen», so der Gemeinderat. Gesamthaft werden die Dienste künftig dreieinhalb Stellen umfassen.

Rechnung mit Verlust

Ebenfalls traktandiert ist an der Gemeindeversammlung die Jahresrechnung 2008. Diese weist einen Verlust von rund 125 000 Franken auf. Dies bei einem Aufwand vor Abschreibungen von rund 4,78 Millionen Franken, einem Ertrag von 4,80 Millionen Franken sowie harmonisierten Abschreibungen von rund 143 000 Franken. Damit schliesst die Rechnung um knappe 160 000 Franken schlechter ab als budgetiert.

Als Grund für diese Schlechterstellung gibt der Gemeinderat Beratungskosten für verschiedene Projekte, für den Anschluss an ein neues Rechenzentrum sowie die Anschaffung und die Einführung einer Software und den Ersatz eines Kopierers an.

Verschiedene Investitionen sind zudem entweder noch nicht oder nur teilweise realisiert worden. «Die Sanierung des Kugelfanges haben wir zum Beispiel zurückgesetzt», so Gemeindepräsident Roland Grütter (BDP). Noch nicht abgerechnet sei das Atemschutzfahrzeug, das bereits angeschafft und kürzlich eingeweiht worden sei.