Kutsche statt LKW

Starke Mitarbeiter: Nemo und Lennon haben einen Job bei der Stadt Luzern

Starke Mitarbeiter: Nemo und Lennon haben einen Job bei der Stadt Luzern

Nemo, Lennon und ihre Teamkollegen bei der Arbeit.

Viermal pro Woche ist in Luzern ein ganz spezielles Abfuhr-Team unterwegs: Die Grünabfälle werden mit Ross und Wagen eingesammelt. Die Bevölkerung freuts und die zweibeinigen Mitarbeiter bekommen so eine Chance auf Arbeitsintegration.

Wenn die Hufe durch die Strassen klappern, dann weiss man in Luzern: Die Grünabfuhr ist unterwegs.

Dass diese mit Ross und Wagen kommt, hat Tradition. Seit 35 Jahren wird in Luzern ein Teil des Grünabfalls so eingesammelt. Das ist einzigartig in der Schweiz.

Vor den Planenwagen gespannt sind die Wallache Nemo und Lennon. Die beiden ausgebildeten Kutschenpferde sind an den Strassenverkehr gewöhnt. Vielmehr: «Sie brauchen Nerven aus Stahl», zitierte die Luzerner Rundschau Kutscher Heinz Wandeler. Und die haben sie offenbar auch.

«Sie sind einem nie böse»

Organisiert wird die spezielle Abfuhr im Auftrag der Stadt von der IG Arbeit, die Menschen mit einer Beeinträchtigung eine Möglichkeit der Arbeitsintegration bietet.

Gerade bei Menschen mit psychischer Beeinträchtigung hat die Arbeit mit den Pferden eine positive Wirkung. «Sie sind einem nie böse», sagt Grünabfuhr-Mitarbeiter René Kaufmann im Beitrag der Sendung «Tierisch». Zu seiner Arbeit gehört es auch, die Pferde zu pflegen. «Schön», findet er das.

Rübeli und Schöggeli

Auch die Bevölkerung freuts. Manche erwarten die vier- und zweibeinigen Grünabfuhr-Mitarbeiter gar mit Rüebli und Schöggeli.

35 Tonnen Grünabfälle sammelt die Abfuhr jährlich ein. Diese werden in die Biogasanlage gebracht. 

Auf die Work-Life-Balance wird auch bei Nemo und Lennon geachtet. Der Ausgleich zur Arbeit in der Stadt sind Ausritte im Wald oder der Gang auf die Weide. (smo)

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