Solothurn

«Solodaris verdient Anerkennung»

Manege frei: Das Fest im Wohnheim Wyssestei und der Zirkus Solodarios lockten auch dieses Jahr wieder viele Besucher an. (Bild: Oliver Menge)

Fest

Manege frei: Das Fest im Wohnheim Wyssestei und der Zirkus Solodarios lockten auch dieses Jahr wieder viele Besucher an. (Bild: Oliver Menge)

Wie jedes Jahr verzeichnete das «Wyssesteifest» grossen Zuspruch. Im Innenhof zwischen Hauptgebäude und «Wärchstatt» trafen sich Menschen mit viel Herz fürs soziale Engagement. Man freute sich ob der fröhlichen Atmosphäre und sparte nicht mit Anerkennung.

Gundi Klemm

Es braucht viel Geschick und Einsatz, um eine derart grosse Institution wie «Solodaris» zu führen und wie hier im Wyssestei zur Heimat für 154 Menschen mit psychischen Einschränkungen werden zu lassen. Dies können auch Ruth Christen und ihr Ehemann, Graue-Panther-Präsident Hans, gut ermessen. «Die vielen tüchtigen Mitarbeitenden verdienen grosse Anerkennung», betont das Ehepaar, das nicht nur am jährlichen Heimfest, sondern bei häufigen Spaziergängen die gesamte Anlage nebst Streichelzoo begutachtet.

Unter den Sonnenschirmen - bei rassiger Musik der Band Gasseroll - verpflegt sich auch die Zuchwilerin Bea Schibler am Mittags-Buffet. «Der Besuch hier im ‹Wyssestei› gehört für meine Familie und mich alljährlich dazu», bekundet sie als Gemeinderätin und Kulturkommissionpräsidentin ihre Freude an diesem Anlass in fröhlicher Atmosphäre und unter Einbezug aller Bewohnerinnen und Bewohner. Sie verfolge die hier geleistete Arbeit mit Respekt. Ausserdem führe ihr ein Besuch stets vor Augen, wie dankbar man sein dürfe, gesund zu sein, meint sie ernst.

Sorgfältiger Integrationsprozess

Der Verein Solodaris, der vor 10 Jahren mit dem erfolgreichen Projekt «Besuchsdienst» eine neuartige Dienstleistung startete, wurde im Laufe der Zeit zum Träger weiterer Angebote für Menschen mit psychischer Behinderung. Zum Auslöser wurde die Absicht des Kantons Solothurn, die kantonalen Behindertendienste in eine private Betriebsgesellschaft zu überführen. Drei Jahre habe man allen Partnern für den begleiteten Fusionsprozess Zeit gegeben, berichtete Solodaris-Geschäftsführer Daniel Wermelinger.

Im letzten Sommer wurde dann die Stiftung Solodaris gegründet, die im gesamten Kantonsgebiet tätig ist, und wie die Bilanzen zeigen, finanziell gesund unterwegs ist. Die Institution umfasst das Wohnheim Wyssestei mit elf Gemeinschaften, Aussenwohngruppen, 104 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in der mit vielseitigen Aufträgen gut dotierten «Wärchstatt», die Tagesstätte in Biberist, den an der Zuchwilerstrasse beheimateten und 63 Betreute umfassenden Besuchsdienst. Zudem gehört neuerdings das Gastroprojekt «Sansibar» dazu.

Selbstvertrauen dank Mitwirkung

Im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Olten sind damit seit einem Jahr in der Cafeteria «geschützte» Arbeitsplätze eingerichtet worden, die laut Wermelinger die Verpflegung von Lehrerschaft und Auszubildenden fast schon in eigener Regie erledigen. «Die Evaluation im Besuchsdienst hatte uns schon früher gezeigt, dass es durch eine den Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit allen Mitarbeitenden gesundheitlich viel besser geht.» Der Schlüssel für diese Selbstvertrauenvermittelnde Mitwirkung liege in der steten und umsichtigen Begleitung durch Fachteams. Aber auch den 195 Angestellten von Solodaris, die sich auf 112 Vollzeitstellen verteilen, scheint es in ihren Verantwortungsbereichen zu gefallen. «Bei uns gibt es zum Glück wenig personelle Fluktuation», so Wermelinger.

Solidarität in der Gesellschaft

Schon lange sorgt die Selbsthilfegruppe «Sonntagstreff» für Austausch unter Betroffenen. Als Innovation eingeführt wurde das Psychose-Seminar, das mit Weiterbildungsthemen zur seelischen Gesundheit und zum Verständnis in der Gesellschaft beitragen will.

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