«So etwas kann kein Zufall sein»

Das Verschwinden von auffällig vielen teuren reinrassigen Katzen machte die Dietikerin Silvia Zihlmann stutzig. Sie ist überzeugt: Hier stimmt etwas nicht.

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Bettina Hamilton-Irvine

Wenn das Büsi weg ist

Informieren Sie Ihre Nachbarn, verteilen Sie Aushänge im Quartier und setzen Sie eine Vermisstanzeige mit Foto ins Internet. Meldestellen für Findeltiere und weitere Tipps finden Sie unter www.dbi.ch/sostiere-hund-katze. Bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale (www.stmz.ch) kann nach vermissten oder gefundenen Tieren gesucht werden. (LIZ)

Silvia Zihlmann hat zwar keine konkreten Beweise, aber viele Hinweise, die bei ihr zu einem beklemmenden Verdacht führen. «Im September sind grosse Mengen an Katzen im Limmattal verschwunden», sagt die Katzenbesitzerin und Frau des Dietiker Tierarztes Josef Zihlmann. Auffällig sei dabei, dass es sich bei den meisten dieser verschwundenen Katzen um Maine Coons oder Norwegische Waldkatzen handle - beides ausgesprochen teure Rassen.

Anhäufung von Fällen

Insgesamt hat Zihlmann Kenntnis von 14 Limmattaler Fällen, bei denen zwischen dem 9. und 25. September Maine Coons, Norwegische Waldkatzen oder deren Mischlinge verschwunden sind. «So etwas kann kein Zufall sein», ist sie überzeugt. Vielmehr vermutet sie, dass die Katzen abtransportiert und im Ausland verkauft werden. «Eine Maine Coon mit Stammbaum kostet mehr als 1000 Franken. Das lohnt sich schon, die zu verkaufen», so Zihlmann. Drei Mal sei ein rotes Auto gesehen worden, ein Mal habe eine Frau mit zwei Käfigen ein rotes Auto bestiegen, erzählt sie. «Die Zeitabstände, in denen die Katzen verschwunden sind, sowie dass teilweise mehrere aus dem selben Quartier verschwunden sind, ist sehr verdächtig.»

«Der Verdacht ist gross»

Stutzig geworden ist die Dietikerin, nachdem sie ihre eigene vermisste Katze - ein Fall der mit den anderen nicht im Zusammenhang steht - im Internet ausgeschrieben hat. Doch als sie auf der Suche nach ihrer Katze begann, regelmässig die entsprechenden Internetseiten zu checken, fiel ihr auf, wie viele Katzen im September verschwunden sind.

Und das nicht nur im Limmattal: Auch andernorts in den Kantonen Zürich, Aargau und Bern seien auffallend viele Katzen verschwunden, so Zihlmann. Tatsächlich finden sich bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale viele Fälle von vermissten Maine Coons, Norwegischen Waldkatzen oder ähnlich aussehenden Tieren. Eine der Meldungen stammt von Ursula Herzog in Regensdorf: Aus ihrem Haus sind am 25. September eine Mutterkatze und zwei Junge aus dem nicht abgeschlossenen Haus verschwunden, während niemand zu Hause war. Zuvor habe sich eine Frau zwei Mal erkundigt, ob die Katzen zu haben seien, so Herzig. Seltsamerweise seien die Mutter und ein Junges gefunden worden, während das Jungtier, welches ein bisschen wie eine Maine Coon aussehe, verschwunden blieb. «Der Verdacht, dass die Katze mitgenommen worden ist, ist gross», sagt Herzig.