Schloss Hallwyl
Schloss Hallwyl: Kurator wehrt sich gegen Vorwürfe der Weinbauern

Im Schloss Hallwyl wird Zürcher Biowein ausgeschenkt. Das sorgte für böse Gemüter. Thomas Frei, der Kurator von Schloss Hallwyl, kann nicht nachvollziehen, wieso ihn die Spitze des Brachenverbandes Aargauer Wein angriff. Und politische Vorstösse in Aussicht stellte.

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Thomas Frei

Thomas Frei

Aargauer Zeitung

Dem Präsidenten und dem Geschäftsführer des aargauischen Weinbauverbandes, den beiden SVP-Grossräten Peter Wehrli (Küttigen) und Pascal Furer (Staufen), ist sauer aufgestossen, dass bei der neuen Event-Serie «Le Premier», bei der an jedem Monatsersten eine Weindegustation mit einem Kulturhappen verbunden werden soll, biologische Tropfen einer Weinhandlung aus dem zürcherischen Obfelden ausgeschenkt werden sollen.

Der direkt angegriffene Kurator Thomas Frei kontert und erklärt, dass er ein gutes Gewissen habe, wenn es darum geht, im staatseigenen Schloss Aargauer Lieferanten zu bevorzugen: «Ich muss mich da sicher nicht verstecken», hält er gegenüber der AZ fest und schätzt: «Drei Viertel unserer verwendeten und verkauften Produkte stammen aus dem Aargau.»

Beim Wein sei es selbstverständlich, dass jeweils die «Brestenberger» des Seenger Weinguts Lindenmann zuoberst auf der Karte stehen - und folglich von den Besuchern auch am meisten geordert würden. «Wir beziehen von Lindenmann im Jahr sicherlich Wein für einen guten vierstelligen Betrag.»

Im Vergleich dazu würden die paar Degustationsflaschen der neuen «Le Premier»-Reihe kaum ins Gewicht fallen. «Ich wollte da bewusst eine breite Palette öffnen, damit die Weine jeweils auf das gewählte Thema abgestimmt werden können», so Frei. So ganz nebenbei erwähnt der Schloss-Kurator, dass der Besitzer der ausgesuchten Weinhandlung seinen Betrieb zwar im Kanton Zürich habe, «selbst aber im Aargau wohnt und hier seine Steuern bezahlt». (tf)

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