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Samstagabend-Shopping breitet sich aus

Im Kampf um Marktanteile mit Einkaufszentren an der Peripherie verlängern Läden in Zürichs City ihre Öffnungszeiten. Nicht allen gefällts.

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Limmattaler Zeitung

Die Ausweitung erfolgt schrittweise: Letztes Jahr waren es drei Samstage im Dezember, an denen einige Geschäfte in der Zürcher City jeweils bis 20 Uhr offen hatten. Dieses Jahr halten es C&A, Coop City St. Annahof, Globus Bahnhofstrasse, Jelmoli, Manor, Migros City und Vögele von Oktober bis Dezember an jedem Samstagabend so, wie sie gemeinsam mitteilten. «Wir müssen innovativ sein und wollen keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Einkaufszentren an der Peripherie», erklärt Vitus Barmettler, Direktor von Manor Zürich, auf Anfrage. Zwar nehme der Geschäftsgang erfahrungsgemäss samstags nach 17 Uhr ab. «Aber wir gehen davon aus, dass der Kunde unser neues Angebot schätzt.» Zumal der Samstag insgesamt eindeutig der Tag mit der höchsten Kundenfrequenz sei.

Gute Umsätze bei Sihlcity und Letzipark
Vorreiter für den Samstagabend-Verkauf waren grosse Einkaufszentren wie Sihlcity, Glatt und Letzipark. Offenbar mit Erfolg: «Nach zweieinhalb Jahren Erfahrung können wir klar sagen: Es ist ein Kundenbedürfnis», sagt Sihlcity-Sprecherin Nadine Bachmann-Brunner. Zwischen 15 und 16 Uhr gebe es samstags noch einmal einen deutlichen Schub an Kundschaft, der bis Ladenschluss um 20 Uhr anhalte. Letzipark-Leiter Christian Parpan bestätigt: «Die Umsätze sind klar gestiegen, und es ist auch nicht so, dass deswegen an anderen Wochentagen weniger läuft.»

«Familien- und Sozialleben leidet»
Skeptischer schätzt man bei der Gewerkschaft Unia den Trend zum Samstagabend-Verkauf ein: «Wir finden es falsch», sagt Remo Schädler, Geschäftsleiter der Unia Zürich. Der Gesamtumsatz werde nicht gross steigen, sondern sich bestenfalls zugunsten der Geschäfte mit längeren Öffnungszeiten verlagern. «Die Leidtragenden sind die Angestellten, deren Familien- und Sozialleben leidet», so Schädler weiter. Protestaktionen wie Ende letzten Jahres bei der Einführung des Samstagabend-Verkaufs im Letzipark zeichnen sich laut Schädler allerdings noch nicht ab. «Wir würden den Angestellten aber Hand dazu bieten», so der Gewerkschafter. Er geht davon aus, dass die Verlängerung des Samstagsverkaufs nicht der letzte Schritt bei der Ausdehnung der Ladenöffnungszeiten ist. Manor-Zürich-Direktor Barmettler rechnet indes mit Verständnis beim Personal: «Wir schaffen mehr Arbeit. Und nehmen bei der Dienstplan-Gestaltung Rücksicht auf die Anliegen der Mitarbeitenden.»