Rote Fabrik
Rote Fabrik: Strafanzeige gegen Weissmaler

Die in der Nacht auf Gründonnerstag durchgeführte Bemalung der Roten Fabrik mit weisser Farbe hat juristische Konsequenzen.

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«Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht», bestätigt der Stadtzürcher Kulturchef Jean-Pierre Hoby Recherchen der Zeitung «Sonntag». Hoby beziffert den entstandenen Schaden auf 25 000 Franken. «Diese Sachbeschädigung können wir nicht einfach hinnehmen.» Daher habe sich die Stadt als Eigentümerin der Immobilie in Absprache mit der Roten Fabrik für eine Strafanzeige entschieden.

Gerichtet ist sie gegen fünf Aktivisten, von denen die Polizei die Personalien aufnehmen konnte. Beat Güdel, Vorstandsmitglied der Roten Fabrik, verteidigt die Anzeige: «In der Koordinationskommission der Roten Fabrik hat sich die Meinung durchgesetzt, dass die Rote Fabrik den entstandenen Schaden nicht aus ihrem Budget bezahlen soll. Das Geld wollen wir lieber für sinnvolle Projekte einsetzen.»

Für die «Weissmaler», wie sich die rund 300 bunt zusammengewürfelten Aktivisten nennen, die für die Mal-Aktion verantwortlich sind, ist die Anzeige ein Beweis dafür, dass sie mit ihrer Provokation ins Schwarze getroffen haben. Die Rote Fabrik, die von der Stadt Zürich jährlich mit 2,4 Millionen Franken subventioniert wird, verwaltete nur noch, statt zu gestalten, kritisieren sie. Was als Freiraum gedacht war, sei zum «Amt für Alternativkultur» verkommen.

Gleichzeitig betonen die Aktvisten, die Rote Fabrik sei nicht primär das Ziel der Aktion gewesen, sondern sie sei nur das Sinnbild für die Politik der rot-grün regierten Stadt. Zürich brüste sich mit der Alternativkultur, mit den Graffiti an der Fassade der Roten Fabrik, gleichzeitig gehe sie gegen alles vor, was ausserhalb diesen Vorzeige-Zonen passiere. «Wir halten der Stadt einen Spiegel vor», sagt ein Aktivist. «Nach aussen gibt sich Zürich rot, dahinter verbirgt sich sauberes, konturloses weiss.»