Randalierer unterdrücken die Fasnachtsstimmung

Die Fasnachtskomitees im Säuliamt haben mit grossem Aufwand die Voraussetzung für eine stimmungsvolle Narrenzeit geschaffen. Einige Wenige nutzten die Gelegenheit für Randale. Das drückte auf die Stimmung aller.

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Fasnachtsball Affoltern am Albis

Fasnachtsball Affoltern am Albis

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Martin Platter

Viel wird debattiert, dass es immer schwieriger wird, Leute für gemeinnützigen Frondienst in Vereinen zu finden. Lobenswert deshalb, was die verschiedenen Fasnachts-Komitees in diesem Jahr wieder auf die Beine gestellt haben. Mit gewaltigem Aufwand wurden in unzähligen Mann- beziehungsweise Fraustunden liebevoll Gemeindesäle, Turn- und Fabrikhallen dekoriert, Konzepte und Einsatzpläne erarbeitet, um den Fasnachtsbesuchern reiche Abwechslung zu bieten. Zahlreiche Vollmasken honorierten mit ihren eigenen Ideen den Aufwand der Veranstalter und trugen so zum tollen Fasnachtsambiente bei.

Wenige Querschläger

Wären da nicht die paar Wenigen, die weder Sinn noch Gepflogenheiten des Brauchtums kennen. Deren einziges egoistisches Ziel es ist, sich zu besaufen und dann Randale zu machen. Es ist eigentlich schade, diese Zeilen diesem Pack zu widmen, dass man zu Aufräumarbeit nach dem Ball verurteilen sollte. Aber es ist wie bald bei jedem Fussballspiel, bei jedem Popkonzert und jedem öffentlichen Fest. Einige Wenige schaffen es, dass das Gros der Zerstreuung Suchenden immer mehr darunter zu leiden hat. Die Sicherheitskontrollen werden laufend rigider. Zu Recht, wie ein Augenschein samstags kurz vor Mitternacht an der Kasse beim Säuligugger-Ball gezeigt hat. Da begehrten doch tatsächlich vermummte «Samuraikämpfer» mit echten Schwertern und verbotenen Wurfmessern Einlass. Als nächster Schritt werden wohl bald noch Metalldetektoren an den Pforten der Fasnachtsbälle stehen müssen.

Die Säuligugger hatten für ihren 30-Stunden-Jubiläumsballmarathon glücklicherweise vorgesorgt und ein umfangreiches Sicherheitsdispositiv organisiert. Es wurde leider benötigt, denn in der Nacht von Samstag auf Sonntag kippte die anfangs ausgelassene Stimmung. Die Säuligugger kamen nicht umhin, danach sämtliche Getränke nur noch in Bechern auszuschenken und die Sicherheitsmassnahmen weiter zu verschärfen. Ein Affront, den die Störenfriede gegenüber den Veranstaltern gezeigt haben.

Originelles Motto

Dabei bot das Ball-Motto «Iis-Ziit» viel Spielraum für originelle Sujets, das auch genutzt wurde. Für einen würdigen Auftritt der Guggenmusiken wurde in der OVA-Halle extra ein Podest aufgebaut. Schminkecke, Partyband und eine grosse Kaffeestube boten genügend Raum und Möglichkeiten für friedliches Fasnachtstreiben.

Auch der Zugang zum Kappeler Maskenball im sehr schön dekorierten Gemeindesaal war gesichert wie Fort Knox. Wenngleich es im Oberamt trotz rockigen Klängen der «Noise Brothers» friedlicher zuging.

Es geht auch anders

Dass es noch immer anders geht, zeigte der gut besuchte Maschwander Maskenball, der bereits im 38. Jahr von Schützenverein und freiwilligen Helfern organisiert worden ist. Ganz ohne unformierten Sicherheitsdienst, sehr wohl aber mit strikten Eingangsregeln und Ausweiskontrolle. Unter 16-jährige wurde der Eintritt nur in Begleitung ihrer Eltern gewährt. 16- und 17-jährige Ballbesucher erhielten rote Eintrittsbändel ums Handgelenk. Für sie gab es keine harten Drinks. Ab 18 Jahren waren die Eintrittsmarken grün.

Für tolle Stimmung sorgte das Duo Alpenwind. Ohne Ballmotto waren höchst unterschiedliche Masken anzutreffen: Von der Pippi-Langstrumpf-Gruppe über Schweinegrippe-Schweine bis hin zu «Saunabesuchern» in Bademänteln. Das Beste aber: Die Aggressionen blieben zuhause.